SpVgg SV schiebt bisschen Frust

Der Weidener Stürmer Ralph Egeter (links) enteilt seinem Gegenspieler Sven Becker: Egeter erzielte zwar sein 10. Saisontor, der Jubiläumstreffer konnte die Niederlage der SpVgg SV gegen Forchheim jedoch nicht verhindern. Bild: A. Schwarzmeier

Euphorie im Pokal, Enttäuschung in der Liga: Die SpVgg SV Weiden kassierte am Freitagabend gegen die SpVgg Jahn Forchheim eine 2:3-Heimniederlage mit Konsequenzen. Der letzte Funken Hoffnung auf einen aufstiegsrelevanten Spitzenplatz ist damit erloschen.

(af) "Das war's dann wohl endgültig", räumte SpVgg-SV-Trainer Christian Stadler nach dem Schluss- pfiff ein. Und er gab auch zu: "Heute ist ein bisschen Frust dabei." Am verdienten Sieg der zweikampfstarken Forchheimer ließ Stadler keinen Zweifel: "Der Gegner ist bissig und aggressiv aufgetreten. Damit hat er uns den Schneid abgekauft."

Die Weidener Spieler sollten jedoch den drei verlorenen Punkten nicht lange nachtrauern. Selbst bei einem Sieg wäre man im Aufstiegsrennen auf kräftige Schützenhilfe angewiesen gewesen. Ob sich die Titelanwärter Viktoria Aschaffenburg und FC Amberg noch schwerwiegende Ausrutscher leisten werden, ist ohnehin zu bezweifeln. Trotz der Ernüchterung kündigte Stadler an, alle Kräfte zu mobilisieren, um Platz drei zu verteidigen: "Man weiß ja nie, was im Lizenzverfahren passiert."

Noch mehr in den Fokus rückt für die Schwarz-Blauen aber nun das bayerische Verbandspokalfinale am 20. Mai im Sparda-Bank-Stadion. Gegner ist entweder Drittligist SpVgg Unterhaching oder die SpVgg Bayreuth (Regionalliga Bayern). Der Pokalsieg und der damit verbundene Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde könnten für den entgangenen Aufstieg als Entschädigung durchaus herhalten.

Scherm fällt aus

Gegen Forchheim musste Stadler kurzfristig Verteidiger Johannes Scherm (Rückenprobleme) ersetzen. Für ihn übernahm Michael Riester Abwehraufgaben, Benjamin Burger rückte im Mittelfeld in die Anfangsformation. Über weite Strecken der ersten Hälfte fand die SpVgg SV kein Rezept gegen die forsche Gangart der Gäste. Forchheim erzwang durch konsequentes Pressing immer wieder Ballverluste bei den Gastgebern, ohne aber selbst das SpVgg-SV-Tor zunächst in Gefahr zu bringen.

Die erste Chance im Spiel führte prompt zum 0:1: Eine langgezogene Flanke verlängerte Thomas Roas (13. Saisontor) aus sechs Metern unbedrängt ins Weidener Gehäuse (31.). Die Heimelf hatte keine Antwort parat. Lediglich Friedrich Lieder prüfte Gästekeeper Rüdiger Beck mit einem Freistoß. (45.+3). Kurz zuvor hatte der Unparteiische den Gastgebern einen Elfmeter verweigert. Christoph Hegenbart war im Strafraum gelegt worden, aber der Schiri interpretierte das Ganze als Schwalbe und zeigte dem Stürmer Gelb.

Zur Halbzeit stellte Stadler um: Für den blass gebliebenen Burger brachte er Johannes Kohl, Riester rückte wieder in seine gewohnte Mittelfeldposition. Die SpVgg SV ging nun wesentlich druckvoller zu Werke und wurde auch mit dem Ausgleich belohnt: Thomas Wildenauer flankte scharf nach innen, wo Ralph Egeter mit einem Drehschuss aus kurzer Distanz zum 1:1 zur Stelle war (59.). 60 Sekunden später hatte Hegenbart sogar die Führung auf dem Fuß, aber er verzog das Leder knapp.

Hegenbart trifft zum 2:2

Forchheim zeigte sich unbeeindruckt und spielte wie die SpVgg SV auf Sieg. Als Florian Clausnitzer nach einer Hereingabe von rechts zum 1:2 einlochte (67.), schienen die Oberfranken trotz zwei, drei dicker Weidener Chancen auf der Siegerstraße. Ein Foulelfmeter brachte jedoch noch einmal den Gleichstand: Hegenbart war umgestoßen worden und verwandelte den Strafstoß eiskalt selbst (81.) - sein 17. Saisontor. Nur drei Minuten später dann aber die endgültige Entscheidung: Der eingewechselte Mergim Bajrami sprang nach einem Eckball am höchsten und köpfte das Leder ins Tordreieck zum 2:3-Endstand (84.).
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