St. Martins kleiner Bruder

32 Meter ist der Aussichtsturm bei der Rödlashütte hoch. Nun ist er bis oben hin eingerüstet. Eine Spezialfirma hat damit angefangen, den brüchigen Beton an der Fassade zu entfernen. Nach und noch soll das in den Jahren 1976/77 errichtete Bauwerk außen und innen saniert werden. Der Turm ist während der Bauarbeiten geschlossen. Die Fertigstellung ist für den Sommer nächsten Jahres geplant.

Der Turm auf der Rödlashütte ist nunmehr - wie der Martinsturm in der Amberger Altstadt - vollends eingerüstet. Erst im Sommer nächsten Jahres öffnet die Aussichtsplattform wieder für Besucher. Mit völlig neuen Perspektiven.

Mit seinen 32 Metern misst er die ein Drittel der Höhe des Amberger Martinsturmes. Trotzdem reicht die Größe, um von Massenricht aus weit in die Fränkische Alb hinein und hinüber zum böhmischen Kaiserwald zu blicken. Seit einigen Tagen ist der Aussichtsturm bei der Rödlashütte in Massenricht nun vollständig eingerüstet. Die Sanierung des aus Ortbeton bestehenden Bauwerkes schreitet voran.

Der Beton hat nun fast 37 Jahre gehalten. Seit einiger Zeit aber zerbröselt er an einigen Stellen bedenklich. "Wir mussten was machen. So konnte das nicht bleiben", sagt der Vorsitzende des Oberpfälzer Waldvereins (OWV-Zweigverein Massenricht), Gerhard Lehner. Der Verein ist Eigentümer des Turmes und steht von daher in der Pflicht. "Uns war natürlich auch klar, dass wir das alleine nicht stemmen können." Deshalb machten sich Lehner und seine Mitstreiter auf die Suche nach Unterstützern. Fündig wurde der Vorstand nicht nur bei der Stadt Hirschau, dem Landkreis Amberg-Sulzbach und der Regierung der Oberpfalz, sondern vor allem bei der Europäischen Union.

Eingebettet in ein grenzüberschreitendes Projekt zur Bergbaugeschichte war es möglich, in den Genuss einer 70-prozentigen Förderung aus dem Interreg-Programm der EU zu kommen. Ziel von Interreg ist es, "dafür zu sorgen, dass nationale Grenzen kein Hindernis für eine ausgewogene Entwicklung und Integration des europäischen Raumes sind". So steht es in der Präambel. Der Bergmannsverein in der böhmischen Stadt Plan - etwa 90 Kilometer entfernt - steht Pate für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. In Plan herrschen die gleichen geologischen Voraussetzungen wie in der Gegend um Massenricht und Freihung.

Großes Panoramabild

So entstehen ergänzend zum Teilprojekt Turmsanierung drei geologische Lehrpfade: einer in Massenricht, einer in Freihung und einer in tschechischen Plan. Die Turmsanierung schlägt mit rund 240 000 Euro zu Buche, für die drei Lehrpfade fallen noch einmal etwa 80 000 Euro an. Das Vorhaben schreitet im Eiltempo voran. Erst im Januar begannen die Planungen, binnen sechs Wochen war das grenzüberschreitende Konzept erarbeitet. Den Förderantrag verschickte Lehner am Anfang März und bereits Mitte Mai gab es einen positiven Bescheid.

Im Sommer nächsten Jahres wird der Turm wieder begehbar sein und den Wanderern ganz neue Perspektiven eröffnen. Auf der höchsten Aussichtsplattform lässt der Waldverein ein riesiges Panoramabild anbringen, das die Gipfel der Berge am Horizont beschreibt. Auch die Abenteuerreise durch die Erdgeschichte kann dann gleich bei der Rödlashütte beginnen. Dort ist Start- und Endpunkt des Massenrichter Lehrpfades.
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