Stadt bezahlt Krippenplätze für Flüchtlingskinder
Alle sind Weidener

Der Staat springt hier nicht ein. Und für die Stadt wäre es eine "freiwillige Leistung". Soll sie also die Kosten übernehmen, wenn Flüchtlingskinder eine Kinderkrippe besuchen? Der Finanzausschuss diskutierte durchaus kontrovers darüber. So lehnten Fraktionschef Wolfgang Pausch und seine beiden Mitstreiter von der CSU die zusätzlichen Ausgaben ab. Asylbewerber hätten genügend Zeit, sich selbst um ihre Kinder zu kümmern, argumentierte er. Und gerade bei Kindertagesplätzen "stehen die Weidener Schlange".

Unstrittig war, den Flüchtlingsfamilien Kindergarten plätze zu bezahlen (jährlich 1628 Euro pro Kind). Das, so Pausch, "dient der Integration". Was aber auch schon auf die Krippe zutreffe, hielt Roland Richter (SPD) dagegen. Die Kleinkinder würden pädagogisch betreut, wüchsen in Gemeinschaft auf. Knapp 3000 Euro je Flüchtlingskind müsste die Stadt investieren - nicht nur für Richter "gut angelegtes Geld" und "ein Signal, dass wir integrieren wollen". Sozialdezernent Hermann Hubmann: "Für uns sind Flüchtlinge auch ein Fachkräfte-Reservoir. Es gibt viele, die was können." Weil es nicht absehbar ist, wie die Asylbewerber das Angebot annehmen, stimmten Reinhold Wildenauer (BL) und Karl Bärnklau (Grüne) unter Vorbehalt zu.

Zu einer klaren Aussage sah sich OB Kurt Seggewiß veranlasst: "Menschen, die nach Weiden kommen und hier leben, sind Weidener Bürger." Das Argument "Erst kommen die Weidener, dann die anderen" berge die Gefahr eines "gefährlichen Zungenschlags". "Ich lasse mich nicht in eine rechte Ecke stellen", erwiderte Pausch. Die Kostenübernahme beschloss der Ausschuss gegen die drei CSU-Stimmen.
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