Stadt-Grenzen mag er nicht

Bis auf seine Geburt hat er fast alles in Weiden erlebt: Entsprechend liebt Jürgen Spickenreuther sein zu Hause. Einige Kritikpunkte aber fallen ihm im Gespräch mit unserer Zeitung trotzdem ein. Archivbild: Huber

Den Mann kennt man in Weiden: Er ist AOK-Direktor, engagiert sich bei Rotary 1880 und wirkt als Präsident des Wirtschaftsclubs Nordoberpfalz. Kurzum: Jürgen Spickenreuther lebt, arbeitet und engagiert sich in der Stadt. Aber ist er auch ein waschechter Weidener?

Auf jeden Fall ist er ein guter Kandidat für unsere Sommer-Serie "Hier bin ich zu Hause".

Seit wann leben Sie in Weiden?

Jürgen Spickenreuther: Ich wohne fast seiner meiner Geburt hier. Also kann man mich wohl mit Fug und Recht als Weidener bezeichnen. Ich bin im Weidener Osten, der ehemaligen und dann eingemeindeten "Großgemeinde Muglhof-Mitterhöll" aufgewachsen. Im Weidener Osten bin ich auch geblieben. Jetzt lebe ich aber deutlich näher am Stadtkern.

Was schätzen Sie an der Stadt?

Spickenreuther: Ich mag die Fußgängerzone mit dem Alten Rathaus und dem Wochenmarkt sehr. Die Josefskirche gefällt mir auch besonders gut. Weiden hat viele Unternehmen mit einer stolzen Geschichte. Bemerkenswert ist auch, dass hier so viele Sprachen gesprochen werden.

Was befinden Sie als nicht so positiv hier?

Spickenreuther: Schade ist, dass sich Weiden in seiner weiteren Entwicklung schwer tut. Auch die politisch gesetzten Stadt- und Landkreisgrenzen behagen mir nicht. Und es tut mir einfach leid, dass der Weidener Osten "sein" Frühlings-, Volks- und Schützenfest verloren hat.

Wie überzeugen sie einen Nicht-Weidener von einem Besuch hier?

Spickenreuther: Mit einem Einkaufs- und Gastronomiebummel durch unsere wunderschöne Altstadt. Auch ein Besuch des Wochenmarkts am Samstag lohnt sich auf jeden Fall.

Wie würden Sie den typischen Weidener beschreiben?

Spickenreuther: Er ist zuverlässig, anpackend-fleißig, gelegentlich etwas stur und konservativ. Er hat eine harte Schale und einen weichen Kern, ist bescheiden und spricht nicht viel über sich und seine Stadt.

Passt die Beschreibung zu Ihnen?

Spickenreuther: Ich denke eigentlich nicht. Oder vielleicht teilweise. Obwohl. In München sieht man in mir einen typischen Oberpfälzer!

Beherrschen Sie den Nord-Oberpfälzer Dialekt?

Spickenreuther: Ja, klar! Die Weidener sprechen aber viele Sprachen - auch Dialekte. Allerdings unterscheidet sich der Dialekt des Weideners von dem des Landkreisbewohners.

Inwiefern?

Spickenreuther: Die Sprache des Weideners ist etwas hochdeutscher eingefärbt.
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