Stadt hat zu wenig für unter den Hammer: Versteigerung von Vergessenem am 18. November ist ...
Fundsachen verlieren sich

Für den Straßenverkehr war das Motorrad nie zugelassen, offroad aber im Einsatz - bis es jemand einfach im Wald liegen gelassen hat. Wer, ließ sich nicht ermitteln. Nun zählt der Renner zu den Fundstücken der Stadt. Als solches parkt das Geschoss in der Tiefgarage des Rathauses. Erst zur nächsten Fundsachenversteigerung 2016 unter Leitung von Thomas Plößl wird die Maschine unter den Hammer kommen. Bild: Steinbacher
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
28.10.2015
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Die Fundsachenversteigerung der Stadt ist abgesagt. Nach November 2014 zum wiederholten Mal. Dabei lagert bei den Fundstücken im Keller des Neuen Rathauses ein echter Renner ein, verrät Thomas Plößl, Leiter des städtischen Fundbüros.

Was hätte am 18. November unter den Hammer kommen können?

Thomas Plößl: Ein Motorrad etwa. Eine 600er Rennmaschine ohne Zulassung. Über die Fahrgestellnummer war kein Besitzer zu ermitteln. Nachgefragt hat auch keiner. Also hat die Polizei das Geschoss im Fundbüro abgegeben.

Und warum wird der Renner nicht versteigert?

Plößl: Weil wir vom 31. Juli 2013 bis zum 1. Mai 2014 nur über 140 Fundstücke verfügen. 300 braucht es, damit sich der Arbeitsaufwand für die Versteigerung mit Transport, Auf- und Abbau rechnet.

Verlieren die Leute nur noch Motorräder?

Plößl (lacht): Zugegeben: Das oder die Motorsäge, die im Wald gefunden wird, sind die Ausnahmen. Meistens landen Schlüssel, Brillen, viele Fahrräder und vor allem Handys bei uns.

Für Smartphones oder Fahrräder fänden sich doch Bieter oder?

Plößl: Sicher. Aber die Fahrradversteigerung findet an einem separaten Termin immer am letzten Mittwoch im März statt. Und bei den anderen Fundstücken sind wir nach einem neuen Gesetz angehalten, eigenständig den Besitzer zu ermitteln und sehr erfolgreich darin. Bei Handys kriegen wir die Besitzer zu 90 Prozent über die diversen Telefonanbieter raus. Die Geräte, die bleiben, werden aussortiert und weggeworfen, wenn sie älter sind.

Warum denn das?

Plößl: Weil es sich nicht lohnt, die Daten darauf gemäß der neuen Datenschutzverordnung für 51 Euro von einer Firma löschen zu lassen.

Wie steht's um die Ehrlichkeit der Menschen in Weiden? Geben sie wertvolle Fundstücke ab?

Plößl: Definitv. Gerade haben wir eine Münzsammlung reinbekommen. Die ist sicher mehr als 1000 Euro wert. Oder die Bargeld-Abgaben. Man ist echt überrascht, welche Beträge da gefunden werden. Das geht in die Tausende.

Wo bitte wird Bargeld gefunden?

Plößl: Das liegt mal in der Nähe eines Geldautomaten, mal in einer Plastiktüte im Park.

Und was passiert damit?

Plößl: Allgemein gilt, je höher der verlorene Betrag ist, umso größer ist die Chance, den Besitzer zu finden. Also den, der mehrere Tausender verloren hat, haben wir gefunden. Gelingt' s nicht, ist der Finder am Zug. Er entscheidet, ob er das Geld will.

Da muss er sicher nicht allzu lang überlegen.

Plößl: Stimmt. Viele wollen das Geld gar nicht.

Tatsächlich? Ich denke, ich würde einen Abnehmer finden.

Plößl (lacht): Nicht nötig: Das Geld geht in den Besitz der Stadt über und wird für soziale Zwecke ausgegeben.
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