Stadt hilft Passau und nimmt 105 neue Flüchtlinge auf
"Es ist alles vorbereitet"

Mit diesem und einem weiteren Bus kommen 105 Flüchtlinge am Dienstagnachmittag aus Passau in der Turnhalle der Europaberufsschule an. Bild: Steinbacher

"Zutritt nur für Berechtigte" steht an der Absperrung zur Turnhalle der Europaberufsschule, dem Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Weiden. Der Security-Mann daneben setzt mit seiner bloßen Anwesenheit ein dickes Ausrufezeichen hinter diese Worte. Doch plötzlich tritt er zurück: Es fahren "Berechtigte" vor. Sie kommen mit zwei Bussen aus Passau.

Sie: Das sind insgesamt 105 Flüchtlinge, viele Männer, einige Kinder und wenige Frauen aus Syrien, Irak und Pakistan. Es ist Dienstagnachmittag. Die Menschen werden erwartet.

Zum Beispiel von ehrenamtlichen Dolmetschern. Polizisten und unzählige städtische Mitarbeiter stehen ebenfalls bereit. Viele Helfer vom Roten Kreuz sind gekommen, die üblichen engagierten Flüchtlingshelfer werkeln bereits seit dem Vormittag. Vertreter der Integrierten Leitstelle und des Gesundheitsamtes helfen. Gerade schlüpft ein weiterer Arzt durch die Absperrung. Erkennungsdienstlich von Bundespolizisten erfasst sind die Flüchtlinge. "Aber sie sind weder registriert noch medizinisch untersucht", erklärt Nicole Hammerl. Die Juristin aus dem Rechts- und Sozialdezernat koordiniert die Unterbringung der Flüchtlinge - und alles, was an Bürokratie und Gesundheitschecks dranhängt. "Mit diesen Neuankömmlingen sind wir wieder voll", sagt Hammerl.

Erst am Sonntag sei die Verlegung der letzten 29 Flüchtlinge von der Turnhalle in eine dezentrale Unterkunft im Stadtgebiet erfolgt. Die Halle sei in der Zwischenzeit gereinigt, die Betten desinfiziert und die Pakete mit der Erstausstattung (Hygieneartikel wie Seife, Zahnbürste, Kamm und so weiter) an die jeweiligen Plätze gelegt worden. "Es ist alles vorbereitet." Die Neuankömmlinge, die gerade aus dem Bus steigen, werden die Pakete brauchen: Einzig einen weißen Plastikbeutel tragen sie unter dem Arm. Es regnet. "Warme Kleidung für Männer und Kinder wird jetzt verstärkt gebraucht", sagt Hammerl. Und: In den nächsten Tagen würden Regierungsbeamte in der Turnhalle erwartet. "Sie übernehmen die offizielle Registrierung und suchen bundesweit nach dezentralen Unterkünften.". Mit Erfolg? Die Juristin zuckt mit den Schultern.
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