Stadt, Jobcenter und Arbeitsagentur kämpfen gegen Trend
Nicht ewig auf Arbeit warten

Bereichsleiter Bernhard Lang (rechts) von der Arbeitsagentur Weiden erläuterte die neuesten Zahlen zur Langzeitarbeitslosigkeit. OB Kurt Seggewiß (Mitte) und Rechtsdezernent Hermann Hubmann studierten intensiv die Papiere. Bild: Bühner

Weniger Arbeitslose insgesamt, aber immer mehr Langzeitarbeitslose. Diesen Trend wollen die Stadt Weiden, die Arbeitsagentur und das Jobcenter verstärkt bekämpfen.

(sbü) "Wir resignieren nicht. Das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit können wir nur gemeinsam lösen", erklärten übereinstimmend Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Bernhard Lang, Bereichsleiter der Arbeitsagentur Weiden. Im Pressegespräch präsentierten sie die neuesten Zahlen für die Stadt Weiden.

Danach gibt es derzeit knapp 500 Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos gemeldet sind. Vor fünf Jahren lag diese Zahl noch unter 300. Vor allem Ältere über 50 Jahre, darunter besonders viele Frauen, und die Menschen ohne Ausbildungsabschluss (42,2 Prozent) seien betroffen.

Nicht resignieren

Einerseits kann sich der Oberbürgermeister schon seit mehreren Jahren immer wieder über neue Rekordstände der Zahl der Arbeitsplätze in der Stadt freuen. Auch könne die im Jahre 2011 von ihm initiierte "Arbeitsmarktinitiativ Weiden (AMI) mit vielen Erfolgszahlen aufwarten". Doch dass diese Entwicklung an den Langzeitarbeitslosen weitgehend vorbei ging, "macht mir große Sorgen", erklärt Seggewiß. Zwar könnten die "bekannten Problemlagen der Stadt mit den strukturbedingt schon seit Jahrzehnten überdurchschnittlich vielen arbeitsmarktfernen Personengruppen nicht von heute auf morgen beseitigt werden". Ein Akzeptieren und Resignieren komme jedoch nicht in Betracht.

Seggewiß und Lang wissen, "dass die Vermittlungsschwierigkeiten für Langzeitarbeitslose nicht auf fehlende Arbeitsplätze, sondern auf Qualifikations- und soziale Defizite zurückzuführen ist". Deshalb haben sie gemeinsam mit dem Jobcenter ein Konzept aufgesetzt, das einen präventiven und frühzeitigen Ansatz beinhaltet.

So wollen Arbeitsagentur und Jobcenter mit einer Qualifizierungsoffensive die Mittel des Eingliederungshaushalts gezielt für Langzeitarbeitslose verwenden. Eine nachhaltige Verbesserung versprechen sich die Verantwortlichen vor allem auch durch die weitere Umsetzung des Demografie-Konzepts der Stadt Weiden. Roswitha Ruidisch soll dafür ihren Einsatz als Zukunftscoach der Stadt über das nächste Jahr hinaus fortsetzen dürfen, falls der Stadtrat dies auch genehmige.

Fördermittel nötig

"Wie müssen versuchen, die Ursachen für das Entstehen der Langzeitarbeitslosigkeit frühzeitig zu bekämpfen", erklärte der OB. Dies solle auch im Mittelpunkt des Maßnahmebündels aus dem Demografie-Konzept stehen. "Wir sind dabei, dafür auch möglichst viele Fördermittel nach Weiden zu holen."

Seggewiß und Lang appellierten auch an die Betriebe und Netzwerkpartner, gemeinsam am Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit im Stadtgebiet zu arbeiten. "Geben Sie auch Personen mit Handicaps eine Chance", sagte Seggewiß. Arbeitsagentur und Jobcenter suchen zum Beispiel "händeringend nach Arbeitgebern, die bereit für Teilzeitausbildungen sind". Diese könnte vor allem Alleinerziehenden zu Gute kommen, denn auch dort liege ein Schwerpunkt der Langzeitarbeitslosigkeit.
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.