Stadt will Jugendsozialarbeit an Schulen ausbauen
"Wichtiger denn je"

Am Ende gab es keine zwei Meinungen. Und die eine brachte Bürgermeister Lothar Höher im Kinder- und Jugendhilfeausschuss auf den Punkt: "Jugendsozialarbeit an Schulen ist wichtiger denn je." Zu dieser Einschätzung führten nicht zuletzt die Erfahrungen an der Albert-Schweitzer- und der Gerhardingerschule, wo die Fachkräfte seit 2013 im Einsatz sind. Der weitere Ausbau ist Formsache. Zug um Zug will die Stadt das Projekt jetzt auf Hammerweg-, Rehbühl- und Hans-Sauer-Schule ausdehnen.

Einen Erfahrungsbericht gaben Marina Arndt und Kerstin Schill den Gremiumsmitgliedern. Laut Schill hat die Albert-Schweitzer-Schule (209 Schüler) einen Migrationsanteil von knapp 48 Prozent. 61 Fälle betreute sie seit September 2013. Für die Gerhardingerschule (170 Schüler) nannte Arndt einen Migrationsanteil von fast 37 Prozent. 20 Prozent seien die Voraussetzung, damit der Staat die Kosten zur Hälfte übernimmt, betonte Jugendamtsleiterin Bärbel Otto. Mit Ausnahme der Clausnitzerschule sei das überall der Fall.

Zielgruppe der Schulsozialarbeiterinnen sind insbesondere Schulverweigerer sowie Jugendliche mit erhöhtem Aggressionspotenzial. Arndt und Schill, die für Hilfe im Einzelfall Gewehr bei Fuß stehen, schilderten ihre "intensive Elternarbeit", zudem Projekte gegen Sucht sowie zum Sozialtraining. Die jungen Leuten setzten sich unter anderem zum Ziel, keine Schimpfwörter zu benutzen oder sich zu grüßen. In Planung sei ein Medienpräventionsprojekt zu "Handy und Internet".

Wie die Schulleitungen versichern ließen, bedeuteten die Fachkräfte eine "erhebliche Entlastung". Übergeordnetes Ziel ist ein "präventiver Beitrag, um die Situation von Jugendlichen ohne Bildungsabschluss bzw. schlechten Vermittlungschancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern".
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