Stadtgalerie: Merk-Architekten überzeugen Jury beim Architektenwettbewerb
Stadtgalerie: "Kleid aus Keramik"

Der Entwurf der Meck-Architekten aus München ist die erste Wahl. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß zeigt die Fassade am Macerata-Platz, die hier als städtebauliche Dominante noch eine Krone aus Keramik-Stelen trägt. Die Fondara-Vorstände Franz Humplmair und Thomas Schumacher sowie Juryvorsitzender Prof. Dr. Rudolf Hierl (von links) erklärten diese Arbeit zum Wettbewerbssieger (rechts die Fassade des Parkhauses in der Sedanstraße). Bild: Wilck

Der feingliedrige Entwurf der Meck-Architekten macht das Rennen. Denn sie schneidern der Stadtgalerie ein "Kleid aus Keramik", stellen den Bezug zur Historie Weidens als Porzellanstadt her. Doch es gibt noch weitere Gründe, die die Jury beim Architektenwettbewerb überzeugten.

Acht anstrengende Stunden liegen hinter den Fach- und Sachrichtern, vor allem aber hinter den Fondara-Vorständen Thomas Schumacher und Franz Humplmair: Am Montag. kurz von 17.30 Uhr, ist die Aufgabe gemeistert: Die Sieger ihres Architektenwettbewerbs für die Außengestaltung der Stadtgalerie stehen fest. Erster Preisträger sind die Meck-Architekten aus München, vor dem Büro Ortner & Ortner Baukunst. Die Fondara-Vorstände versichern, dass einer der beiden Entwürfe verwirklicht wird.

Perlmutt-Effekt

Geradezu für einen Wow-Effekt sorgt die Arbeit der Meck-Architekten, gestehen nicht nur Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Bau- und Planungsdezernent Hansjörg Bohm, sondern auch Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Rudolf Hierl (gebürtiger Neumarkter). Die Meck-Gebäudehüllen von Stadtgalerie und Parkdeck prägen vorgehängte, offene und in ihrer Struktur semi-transparente Bekleidung aus seriellen, weiß glasierten Keramikelementen. Auf dem weißen Porzellan der Fassaden stelle sich ein abwechslungsreiches Spiel aus Licht, Schatten und Spiegelungen ein.

Mit dem keramischen Kleid werde die Stadtgalerie zum identifizierbaren Gebäude und zur besonderen Adresse in Weiden: eine neue Kathedrale des Handels im Spannungsfeld von Tradition und Moderne. Je nach Blickpunkt und Perspektive lasse die keramische Bekleidung spannungsreiche Blickbezüge mit interessanten Ein- und Ausblicken entstehen, ein Wechselspiel aus einem einerseits offenen und andererseits beruhigend geschlossenen Erscheinungsbild. Die großvolumigen Gebäude erhielten zudem eine wohltuende Gliederung, die eine angemessene Maßstäblichkeit sicherstellen. Die keramische Hülle, der Thomas Schumacher "Perlmutt-Effekt" zuschreibt, wirkt sowohl als Lichtfilter wie auch als außenliegende Verschattung. Nachts wechselt die Lichtsituation, Das Haus leuchtet von innen heraus und gibt Einsicht auf Struktur und Inhalt.

Durch die Reihung der stabförmigen Keramik-Stelen und die nach oben hin stufenweise abnehmende Dichte des Keramikkleids entstehen Elemente der vertikalen und horizontalen Gliederung. Auch das Parkdeck nimmt diese Gestaltungselemente auf. Besonders überzeugt haben die "Lichtbänder", die auch in der Sedanstraße fortgeführt werden.
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