Stadtjugendring plant neues Gesamtkonzept - Offener Betrieb wird nicht beschnitten
Vierte Stelle weiter auf Eis

Weiden. (ps) "Der Stadtjugendring hat keine Schulden" und "der Stadtjugendring ist mit den bereitstehenden Mitteln in den letzten Jahren sehr gut ausgekommen". Mehr sagte SJR-Vorsitzender Tobias Reichelt nicht zum Haushalt 2014 und mehr wollten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses auch nicht wissen. Die Jahresrechnung 2014 in Eckwerten lag ihnen in einem 16 Seiten starken Geheft vor. Fragen dazu tauchten nicht auf.

Der Bayerische Kommunale Prüfungsverband hatte die Stadt bzw. den Jugendhilfeausschuss aufgefordert, sich jeweils mit den SJR-Zielen für das kommende Haushaltsjahr auseinanderzusetzen, mit der Verwendung der bereitgestellten Mittel und deren Wirksamkeit. Am Donnerstag war das erstmals der Fall. Der Verwendungsnachweis (Evaluation) nahm in den Ausführungen von Tobias Reichelt breiten Raum ein. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf den Aspekt, welche Aufgaben ein vierköpfiges Mitarbeiterteam im JuZ erledigen kann im Vergleich mit einem dreiköpfigen Team.

Dass vier Menschen mehr leisten können als drei ist nicht überraschend. Was allerdings überraschte: Wenn das Team drei Mitarbeiter zählt, bleiben jedem davon 355 Stunden pro Jahr für seinen jeweiligen Schwerpunktbereich. Bei vier Mitarbeitern dagegen kann jeder 560 Stunden für seinen Schwerpunktbereich aufwenden. Warum? Weil sein Einsatz für den Offenen Betrieb von 855 auf 650 Stunden sinkt. "Vier Mitarbeiter hätten also 1175 Stunden mehr Zeit für die Schwerpunktarbeit", rechnete Reichelt vor. "Nur so waren Veranstaltungen wie der Dance-Your-Style-Contest, die Beteiligung am Projekt ,Need NO Speed' oder ,Weiden ist bunt' möglich."

Zum 1. April 2015 ist Raimunda Brusokaite aus dem JuZ-Team ausgeschieden. Seitdem arbeiten die Pädagogen nur noch zu dritt. Da Florian Graf auch in diesem und im nächsten Jahr mehrere Monate in Elternzeit gehen wird, bleiben zeitweise sogar nur zwei Kräfte übrig. Die Konsequenz: Neben den oben genannten Projekten, werden Stunden in weiteren Schwerpunktbereichen gestrichen, wie beispielsweise Jugendtreff-Betreuung, Gewalt- und Aggressionsprävention oder "Weiden tobt". Der Offene Betrieb dagegen - die originäre Aufgabe im JuZ - soll keinesfalls gekürzt werden.

Noch eine Überraschung hatte Reichelt parat: Die zusätzlichen Kosten, die eine vierte Kraft für die Stadt verursacht, betragen lediglich 3500 Euro (an Ausgaben, nicht an Personalkosten). Drei Kräfte erfordern nämlich 17 400 Euro Zuschuss von der Stadt, vier dagegen "nur" 20 900.

Dennoch liegt die Forderung des SJR nach einer Neubesetzung der vierten Stelle vorerst weiter auf Eis. Ende August geht der Stadtjugendring in Klausur, um ein Gesamtkonzept für die künftige Arbeit zu erstellen und den bestehenden Grundlagenvertrag mit der Stadt abzuändern. "Wir werden das neue Konzept voraussichtlich Ende des Jahres im Stadtrat vorstellen", sagte Reichelt. Das Gesamtkonzept werde auch den Stellenbedarf aufzeigen. "Dann muss die Politik entscheiden."
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