Stadträte achten auf ihre Buslinie

Vor allem beim Linienverkehr sieht Rainer Sindersberger (Bürgerliste) Sparpotential. Für Alois Lukas dagegen ist beim ÖPNV-Netz nichts zu holen: Wer hier kürzt, verliert überproportional viele Kunden, meint der CSU-Stadtrat. Inwiefern das Gremium tatsächlich den Busverkehr um 25 Prozent zurückfahren wird, steht aber erst im Herbst fest. Bild: Hartl

Bereits zum zweiten Mal kritisiert der Kommunale Prüfungsverband: Weiden hat ein Ausgabenproblem. Und so sparte ein Stadtrat bei der Sondersitzung zum Tagesordnungspunkt Prüfbericht nicht mit unorthodoxen Sparvorschlägen: Er will dem Busnetz an den Kragen.

Seitdem der Prüfbericht der Regierung der Oberpfalz den Stadträte vorliegt, besteht Redebedarf. Gehör fanden nun alle bei einer Sondersitzung am Montag. Zuerst aber klärte Kämmerin Cornelia Taubmann auf - mit Hilfe von drei, von allen gelobten Farbseiten. Darauf wurde auf einen Blick ersichtlich: Die Mehrheit der 71 Textziffern aus dem Prüfbericht, ist entweder bereits umgesetzt oder wird bearbeitet. Einiges kommt für die Stadt auch schlicht nicht in Frage (siehe Kasten "So nicht!"). Aber genug gespart ist deshalb noch lange nicht.

Entsprechend schlug Stadtrat Rainer Sindersberger (Bürgerliste) vor, sich für 2016 zu überlegen, den ÖPNV um 25 Prozent zurückzufahren. Ein entsprechender Vertragspassus ermögliche dies, bestätigte Rechtsdezernent Hermann Hubmann und schoss gleich hinterher: "Aber ein Einschnitt beim ÖPNV geht ja nur, wenn der Verkehr eingedämmt wird. Bei dem, was wir in Weiden vorhaben, wäre das kontraproduktiv." Unrentabel fand's Alois Lukas (CSU): "Jeder weiß doch, dass die Kürzung der ÖPNV-Leistung einen überproportionalen Rückgang der Nutzung zur Folge hat." Trotzdem müsse auch ein ÖPNV auf den Prüfstand, wenn hier Sparpotenzial winkt, fand Stefan Rank (Bürgerliste).

Blieb noch der Flugplatz Latsch. Laut Sindersberger müsste dieser "Verkehrslandeplatz" zum günstigen "Sonderlandeplatz" zurückgestuft werden. Entsprechend sinke der Personal- und Sachkostenaufwand.

Einfach ist eine solche Umwandlung nicht, erklärte Hubmann und verwies auf die vielen Beteiligten, die mitreden möchten. Für einen Euro von der Stadt kaufen wollten sie den Flugplatz Latsch schon mal nicht, wusste der Rechtsdezernent zu berichten. Er hatte ein entsprechendes Angebot unterbreitet.

Also habe die Stadt anderweitig gespart: Mäharbeiten (- 5000 Euro) und Flugbenzin (- 10 000 Euro) kommen nun günstiger, angrenzende Bäume schneiden die Grundstücksbesitzer selbst und der Umbau der Tankstelle in Eigenregie kostete nur mehr "einen mittleren fünfstelligen Betrag".

So oder so: "Wir müssen unseren Leistungskatalog weiter zurückfahren. Für 2016 müssen wir unsere Hausaufgaben im Herbst gemacht haben", meinte Sindersberger. Kämmerin Taubmann stimmte zu: "Am 17. und 18. November wird über den Haushalt 2016 beraten."
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