Stadtrat: Jugendring und Verwaltung sollen neuen Grundlagenvertrag ausarbeiten
Schluss mit den "Querschüssen"

Die vierte Sozialpädagogen-Stelle beim Stadtjugendring (SJR) ist vorerst gerettet. Einstimmig beschloss der Stadtrat, dass der SJR ein Konzept für die Aufgaben dieses Mitarbeiters vorlegen soll. Das soll in einen neuen Grundlagenvertrag einfließen, den Jugendring und Stadt bis zu den Sommerferien ausarbeiten. Dann diskutiert der Stadtrat erneut über das Thema - und somit auch darüber, ob das Schülercafé zum Leistungsangebot gehören soll.

Die Kühe "Scout" und "vierte Stelle" sind also nicht vollends vom Eis. Zumal SPD-Fraktionschef Roland Richter den SJR-Mitarbeiter für ganz andere Aufgaben eingesetzt wissen will - zum Beispiel für die Anti-Crystal-Kampagne "Need no Speed", "ein Riesenthema". Überhaupt könnten die Hauptamtlichen im Juz nicht über Unterbeschäftigung klagen: "Dort ist eine Leistungsgrenze erreicht."

Dennoch sprach sich auch OB Kurt Seggewiß für die Streichung der Stelle aus. "Als Kopf der Verwaltung stehe ich zum Beschlussvorschlag", stellte er unmissverständlich klar. Sozialdezernent Hermann Hubmann begründete die ablehnende Haltung: Der Stadtjugendring habe die Wirksamkeit der Stelle nicht ausreichend belegen, keine "ordentliche Evaluation" liefern können.

Auf Irritationen und Verstimmungen zwischen Jugendring und Stadt ging Richter ein. "Es gab zu viele Querschüsse in den vergangenen Jahren", erklärte er. Die Verwaltung müsse respektieren, dass der Jugendring ein freier Träger sei und "keine Abteilung der Stadt". "Er ist auch nicht für Jugendsozialarbeit zuständig, sondern für Jugendarbeit." Stadt und SJR sollten zurückkehren zum vereinbarten "vertrauensvollen und partnerschaftlichen Verhältnis".

Vorschlag der SPD: Die vierte Stelle sei zu evaluieren und dann weiterzufinanzieren. CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch beharrte jedoch darauf, den Betrieb des Schülercafés im Grundlagenvertrag festzuschreiben. "Nur dann tragen wir die vierte Stelle mit." Oder, wie es Hans Blum (CSU) formulierte: "Wir wollen das Projekt nicht beerdigen, wir wollen nur eine andere Lösung."

Ja zum Modellprojekt

Einstimmig segnete der Stadtrat ferner die Teilnahme am Modellprojekt "Jugend stärken im Quartier" ab, das Jugendamtsleiterin Bärbel Otto vorstellte (siehe auch NT vom Montag). Mit Blick auf die Beteiligten - Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi), Kolping-Bildungswerk und Verein "Magisches Projekt" - meinte Rainer Sindersberger (Bürgerliste): "Das kann nur ein Erfolg werden."

Innerhalb von drei Jahren fließen knapp 1,2 Millionen Euro, um benachteiligte Jugendliche zu fördern. Die Stadt muss die Hälfte finanzieren, was unter anderem mithilfe von Sponsoren und Zuschüssen der Arbeitsagentur gelingen soll. "Ein sportliches Ziel, Frau Otto", kommentierte Markus Bäumler (CSU). Und auch Roland Richter nannte die Finanzierung "auf den ersten Blick heftig".
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