Stadtschauspiel: Reineke Fuchs alias Heiner Schreml am Pranger - Dort packt der "Stänkerer" ...
"Dem Ratsherrn widerspricht man nicht"

"Ist der Vorschlag noch so schlecht, der OB hat immer Recht. Das war für"n Pranger auch der Grund. Fuchs, halt"s Maul, du dummer Hund. Verzieh dich auf den Berg Parkstein und lass die Weidner jetzt allein", sprach Heiner Schreml alias Reineke beim Stadtschauspiel am Pranger. Bild: zpe
Der Spuk dauerte am Samstag keine 20 Minuten. Dann war's gesagt und das Weidener Stadtschauspiel schon wieder Geschichte. Protagonist Reineke Fuchs hing am Pranger. Der Grund: seine Dauerkritik an OB und Stadtrat. Und welche Botschaft geht vom Pranger aus? Das Volk werde für dumm verkauft.

Ein Tribunal an der Rückseite des Alten Rathauses. "Wer schlau ist und sein Maul nicht hält, wird in der Stadt zur Schau gestellt. Ihr Dummköpfe aus Stadt und Land, zahlt Steuern, aber haltet euren Rand." Im Reineke-Kostüm: Architekt Heiner Schreml, Stadtgalerie-Kritiker aus Parkstein. "Hier stehe ein Mensch, als Fuchs verkleidet", ließ sich Schreml vom Gericht verspotten. Ein Stänkerer, ein Motzer gegen ein Protzprojekt sei er, "gegen Bürgermeister und einfallslose Stadtratsgeister, die in Sachen Bauvorhaben so gut wie keine Geistesgaben und beim Bau von Einkaufsstätten weder Dunst noch Ahnung haben". Eine Nummer kleiner ginge es auch. Stattdessen: blindgläubige Ratsherren, die "den Leut' aus München" auf den Leim gegangen seien. "Ein Einkaufszentrum von der Stadt gewollt, so groß wie möglich, damit der Rubel rollt."

Schreml der Fuchs, der einsame Mahner in der Wüste, "hat Obrigkeitens Stolz verletzt, weil er stets dagegen hetzt": "Wenn Münchner sich der geistig armen, Weidener Provinz erbarmen und gütig Weiden etwas schenken, woran noch unsre Enkel denken ..." Ein Fuchs, der ahnt: "Hier wird die ganze Stadt beschissen!" Keiner könne wissen, was er "für den Stuss ertragen und bezahlen muss". Die Stadtväter hielten sich bedeckt. "Wie die Stadt soeben sah, der Wille des OB geschah. Und - mit oder ohne Sinn - er geschieht auch weiterhin, denn Füchse sind in dieser Zeit in Weiden in der Minderheit. Und die Moral von der Geschicht': Dem Ratsherrn widerspricht man nicht."
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