Stadtverband für Leibesübungen lehnt Kürzungen ab - Stadt will Förderung um 10 Prozent senken
Tischler: Beim Sport nicht sparen

Betroffen wären davon alle Vereine, die den Bürgern unserer Stadt eine sportliche Heimat geben und damit Kinder und Jugendliche von der Straße wegholen.
(rdo/rg) Es bleibt dabei: Der Stadtverband für Leibesübungen (SfL) sperrt sich weiterhin gegen Kürzungen bei der Sportförderung. Chef Herbert Tischler und sein Führungsteam sollten sich Gedanken machen, wie sie 10 Prozent einsparen können - als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung. Dies legte der Finanzausschuss im Dezember bei der Klausurtagung in Waldsassen fest. Die Vereine müssten damit ab 2016 auf insgesamt 25 000 Euro pro Jahr verzichten. Tischler lehnt das rundweg ab. Denn: "Betroffen wären davon alle Vereine, die den Bürgern unserer Stadt eine sportliche Heimat geben und damit Kinder und Jugendliche von der Straße wegholen."

Das erklärte er bei der Versammlung des Stadtverbandes am Dienstag im Schützenhaus. Nach eingehender Besprechung sei der SfL-Vorstand zu dem Entschluss gekommen, Kürzungen abzulehnen. Bereits 29. Januar hatte es dazu Gespräche bei der Stadtverwaltung gegeben. Als Grund führte Tischler die Betriebs- und Instandhaltungspauschale von 162 000 Euro ins Feld. Die Vereine hätten in ihre Liegenschaften 3,7 Millionen Euro investieren müssen. Da sich die Betriebs- und Instandhaltungskosten stetig erhöhten und der Zuschuss nicht steige, komme dies einer laufenden Reduzierung gleich. Außerdem schlage die erhöhte Grundsteuer zu Buche.

Die Summe würde eine Halbierung des Pro-Kopf-Zuschusses für die Vereine bedeuten, rechnete Tischler vor. Oder: "Beim Jugendzuschuss in Höhe von 36 000 Euro bedeutet die Streichung dann 69,5 Prozent." Für die nächsten Monate kündigte er Gespräche mit den Politikern, um zu einem Kompromiss zu finden. Es handle sich ja um keine gesetzlich vorgeschriebene Kürzung, sondern um Vorgaben des Stadtrates.

"Ich respektiere grundsätzlich diese Entscheidung", betonte Bürgermeister Lothar Höher als Vertreter der Stadt. Wünschenswert wäre es gewesen, wenn der Sport selbst Sparmaßnahmen vorgeschlagen hätte, sagte er. Höher hoffte, dass der Finanzausschuss "nun eine gute Entscheidung trifft". Das Gremium befasst sich am 3. März mit dem Thema.

Sparkasse sprang ein

In der Vergangenheit hatte Tischler mit seiner Verweigerungshaltung durchaus Erfolg. So sah der Stadtrat 2012 von einer geplanten Kürzung der Betriebs- und Instandsetzungskosten-Pauschale ab. Dafür wurde der Pro-Kopf-Zuschuss für die 64 Sport- und Schützenvereine für ein Jahr von 2,60 auf 2,05 Euro verringert. Den Fehlbetrag glich die Sportförderung der Sparkasse aus. Die Sportförderung der Stadt setzt sich gegenwärtig wie folgt zusammen: Betriebsmittel- und Instandsetzungszuschüsse für Vereinsliegenschaften 162 000 Euro, Pro-Kopf-Zuschuss etwa 50 000 Euro, Jugendzuschuss 36 000 Euro.
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