Stadtverband trägt Kürzung mit

Bei den freiwilligen Leistungen seien Einsparungen in allen Bereichen vonnöten, betonte der Rathauschef. Symbolbild: dpa

Jeder muss seinen Beitrag leisten, damit Weiden nicht pleite geht. "Auch der Sport", mahnt der Oberbürgermeister beim Stadtverband für Leibesübungen. Dessen Vorsitzender wollte keine Vorschläge präsentieren. Jetzt erklärt er, warum.

Erst am Montag beschloss der Stadtrat die Halbierung des Pro-Kopf-Zuschusses auf 1,30 Euro, um insgesamt zehn Prozent bei der Sportförderung einzusparen. Tags darauf wagte sich OB Kurt Seggewiß in die Monatsversammlung des zuletzt vielkritisierten Stadtverbands für Leibesübungen. Vor den Delegierten bedauerte der Rathauschef am Dienstagabend nochmals, dass der Verband keine eigenen Einsparvorschläge vorgelegt hatte.

Bei den freiwilligen Leistungen seien Einsparungen in allen Bereichen vonnöten, betonte der Rathauschef. "Wenn nicht jeder seinen Beitrag leistet, werden die freiwilligen Leistungen auf null zurückgefahren." "Was sollte ich tun?", entgegnete Stadtverbandschef Herbert Tischler. Er wies die Vorwürfe eines "Eigentors" zurück: Außerstande habe er sich gesehen, bei der Jugendförderung (36 000 Euro für die Vereine) oder bei der Kopfpauschale (50 000 Euro), die gerade für kleine Sportgemeinschaften von ein großer Bedeutung seien, den Rotstift anzusetzen. Auch gebe es keine Möglichkeit, bei der Instandsetzungspauschale (162 000 Euro) zu kürzen, da Vereine mit eigenen Liegenschaften bestraft würden. Er habe im Einvernehmen mit dem SfL-Vorstand und dem Sportbeirat gehandelt, betonte Tischler. Außerdem habe sich der Stadtverband unter Zeitdruck gesehen. Tischler erkannte keine Notwendigkeit, bereits Mitte März 2015 zu entscheiden, wenn die Kürzungen erst 2016 anstehen.

Der Vorsitzende erinnerte an die Situation vor etwa zehn Jahren, als auch Ebbe in der Stadtkasse gewesen sei. Der Pro-Kopf-Zuschuss sei zurückgefahren und nie wieder erhöht worden. Vor zwei Jahren habe es eine weitere Kürzung gegeben, welche die Sportförderstiftung der Sparkasse mit 13 000 Euro ausgeglichen habe. Tischler fragte in Richtung Politik: "Was wäre, wenn wir die Vereine schließen?"

Suche nach Alternativen

CSU-Stadtrat Hans Sperrer verwies darauf, dass er seit 1962 im Weidener Sport unterwegs sei und seit 1984 dessen Interessen im Rathaus vertrete, jetzt auch als Sportbeirat. Er habe mit weiteren anwesenden Stadträten gegen die Kürzung im Stadtrat gestimmt, sagte er. Man dürfe sich den Bedürfnissen der Allgemeinheit jedoch nicht entziehen. In den SfL-Versammlungen und im Sportbeirat seien keine Vorschläge laut geworden. Daraufhin habe der Finanzausschusses gehandelt. "Die Tür ist aber weiter offen", forderte Sperrer die Delegierten auf, doch noch Alternativen zu präsentieren. Tischler sagte, sollten sich Lösungen herauskristallisieren, werde der Stadtverband diese mitteilen. Die Entscheidung zur Kürzung trage er mit.

Der Vorsitzende wollte keine Neidsituation heraufbeschwören, wie er versicherte. Dennoch konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Es tut schon weh, wenn 200 000 Euro für ein wenig frequentiertes Keramikmuseum vorgehalten werden."
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