Stadtwerke stolz auf Strompreis

Frohe Botschaft, schon vor Weihnachten: Die Stadtwerke schärfen ihr Profil als Stromanbieter. Sie ließen ihre Kunden zwar länger auf die Preisliste 2016 warten. Aber sie wollten alle Möglichkeiten bis zuletzt ausreizen. Anders als die schnelleren Mitbewerber drehen sie nicht an der Preisschraube.

"Wir haben schon eine kleine Senkung bei den Wasser- und Abwassergebühren. Auf unseren neuen Strompreis sind wir richtig stolz", erklärte Verwaltungsratsvorsitzender Oberbürgermeister Kurt Seggewiß am Donnerstagmorgen. Die Stadtwerke kündigen ihren über 4000 Kunden eine Senkung um durchschnittlich sechs Prozent an. "Das hängt mit unserer Strategie zusammen, dass wir als Energieversorger alles aus einer Hand anbieten", betonte Seggewiß.

Diese Strompreissenkung laufe gegen den bundesweiten Trend, unterstrich auch Vorstandsvorsitzender Johann Riedl. "Wir haben intensiv verhandelt und gerechnet. Wir sind im Strombereich sehr wirtschaftlich unterwegs und konnten schon bisher attraktive Angebote machen." Kunden in Weiden "fahren" im nächsten Jahr sogar etwas günstiger als jene in der Region, erläuterte Riedl mit Blick auf die Übernahme des Stromnetzes in Weiden in einer neu gegründeten gemeinsamen Gesellschaft von Bayernwerk und Stadtwerken. Gerade die Netzentgelte verursachten die Preisdifferenz.

Auch dass derzeit den Bürgern mehrere Ablesekarten ins Haus flatterten, hänge mit der Neuorganisation zusammen: "Stromanbieter und Netzbetreiber gleichen Kundendaten und die Zählerstände ab."

Gaspreise stabil

Unverändert bleiben die Gaspreise der Stadtwerke. Der Preisverfall beim Heizöl bilde sich nicht beim Gas ab. Bereits seit Jahren bestehe eine Anbindung des Gas- an den Heizölpreis nicht mehr, versicherte Riedl. "Auch wenn dies lange die steigenden Energiepreise hier wie dort suggerierten." Bis ins Jahr 2014 hinein mussten die Stadtwerke sehr viele Gasanschlüsse erstellen, weil die Immobilienbesitzer auf das umweltfreundlichere Gas umsteigen wollten. "Dieser Trend ist jetzt leider gebrochen." Übrigens: Nach dem sehr warmen Winter 2013 und dem kaum kälteren Winter 2014 deutet sich nun erneut ein sinkender Gasabsatz an. "Es heizt keiner, nur weil die Stadtwerke den Umsatz brauchen", sagte Riedl.

Ebenfalls "kundenfreundlich" gestalten sich die Wasser- und Abwassergebühren. Einen Großteil der sinkenden Ausgaben von zwei Cent je Kubikmeter Wasser und drei Cent pro Kubikmeter Abwasser frisst die von 32,10 auf 46,97 Euro steigende Wasserzähler-Grundgebühr wieder.

Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von 150 Kubikmetern spart im Jahr 2016 gerade 1,63 Euro. Ein Trost: Ringsum steigen die Wassergebühren, teilweise sogar deutlich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.