Starke Partner für Flüchtlinge

Über die berufliche Eingliederung von Flüchtlingen informierte sich eine tschechische Delegation in Weiden. Andreas Staible (zweite Reihe von unten, Mitte) zeigte auf, wie intensiv sich die Arbeitsagentur dem Themenkomplex widmet. Bild: Bühner

Die Arbeitsagentur Weiden und die oberste tschechische Arbeitsbehörde pflegen die Zusammenarbeit. Aktuell auch, wenn es um die berufliche Integration von Flüchtlingen geht.

(sbü) Wahrscheinlich steht bei der Arbeitsagentur Weiden bald sogar ein tschechischer Minister auf der Matte. Einstweilen kamen acht Mitarbeiter der obersten tschechischen Arbeitsverwaltung, des dortigen Sozialministeriums und des Arbeitsamtes Pilsen nach Weiden. Thema der Konferenz war die berufliche Integration von Flüchtlingen. Auch Tschechien bereitet sich intensiv auf dieses Thema vor.

Noemi Roupcova von der Generaldirektion der tschechischen Arbeitsverwaltung berichtete dazu, dass in allen 14 tschechischen "Krajes" (Kreise oder Bezirke) "Pakte" zwischen allen für die Eingliederung von Flüchtlingen und Migranten zuständigen Stellen geschlossen würden. Wirtschaftskammern, Arbeitgebervertreter, Sozial- und Arbeitsverwaltung und andere müssen bis Februar 2016 eine regionale Strategie entwickeln. Einzelne Projekte sollen mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds, ansonsten mit regulären Haushaltsmitteln finanziert werden.

Alle Beteiligten werden am 23. November zu einer internationalen Konferenz in Prag zusammenkommen. "Wir bemühen uns sehr intensiv, alle Flüchtlinge in den ersten Arbeitsmarkt einzugliedern", sagte Roupcova. Bei der Arbeitsagentur Weiden wollte sich die tschechische Delegation über die Vorbereitungen auf deutscher Seite zur beruflichen Integration von Flüchtlingen informieren. Auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit sollten ausgelotet werden. Agenturchef Andreas Staible und alle zuständigen Mitarbeiter von Agentur und Jobcenter standen den Gästen Rede und Antwort.

Schnell zum Sprachkurs

Ganz oben auf der Liste stehen die von der Arbeitsagentur finanzierten Sprachlehrgänge "zum frühest möglichen Zeitpunkt, wenn eine Bleibeperspektive besteht". Vorgestellt wurde auch die Zusammenarbeit mit den Integrationsklassen der Berufsschulen. An diese Ausbildungsphase könnten sich nahtlos berufliche Integrationsmaßnahmen anschließen. Für sehr wichtig hält Staible den Hinweis: "Die für die Integration von Flüchtlingen eingesetzten Mittel gehen nicht zulasten des regulären Eingliederungstitels der Arbeitsagentur." Die bisherigen Arbeitslosen müssten nicht befürchten, dass für sie keine Fördergelder mehr zur Verfügung stünden. So würden zum Beispiel die Sprachkurse aus einer "Interventionsreserve" finanziert.

Die tschechischen Besucher erfuhren ferner, dass sich Arbeitsagentur und Jobcenter auch personell auf die Integration von Flüchtlingen eingestellt haben. Margot Salfetter ist Migrationsbeauftragte für die Arbeitsagentur, Eduard Neuendank für das Jobcenter Weiden-Neustadt. Der Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur baut die Kontakte zu den Arbeitgebern auf, um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

"Welcome-Center"

Teamleiter Klaus Gredinger stellte die Förderinstrumente vor. Sehr wichtig sei die Einstiegsqualifizierung. Sie ermögliche beiden Seiten, Migranten und potenziellen Arbeitgebern, eine "Orientierungs- und Kennenlernphase" ohne sofort langfristige Vertragsbindungen eingehen zu müssen. Als Beratungseinrichtungen für Migranten gibt es in der Arbeitagentur das neue Welcome-Center und die grenzüberschreitend tätige Eures-Beraterin. Abgerundet wurde das Spektrum von Dienstleistungen der Arbeitsagentur für Flüchtlinge durch die Vorstellung des Berufsinformationszentrums mit seinen zahlreichen Orientierungshilfen.
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