Starke Tipps für schwache Blase

Eines von vielen Themen, mit denen sich PD Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer als Chefarzt der Urologischen Klinik am Weidener Klinikum beschäftigt, ist die "Männliche Inkontinenz" - und er weiß, wie ihr medizinisch begegnet werden kann. Bild: otj

Harninkontinenz ist entgegen landläufiger Meinung kein rein weibliches Problem. Wie die Herren der Schöpfung dem begegnen können, erfuhren sie nun bei einem Vortrag am Weidener Klinikum.

Die "Männliche Inkontinenz" stellten die Selbsthilfegruppe "Urologische Patienten" und das Weidener Klinikum am Dienstag bei einem Vortrag in den Mittelpunkt.

In seiner Präsentation ging der Chefarzt der Klinik für Urologie, Andrologie und Kinderurologie PD Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer auf die unterschiedlichen Arten der Harninkontinenz, auf Ursachen und therapeutische Möglichkeiten ein.

Zunächst müsse man unterscheiden zwischen Dranginkontinenz und Belastungsinkontinenz, beziehungsweise einer Mischinkontinenz. Um welche Art der es sich handelt, werde in der Diagnostik mit unterschiedlichsten Methoden ermittelt. Danach ginge es darum, die Ursachen aufzuspüren.

Bei Belastungsinkontinenz werde der unfreiwillige Harnabgang durch einen äußeren Reiz, wie Husten, Niesen oder Lachen ausgelöst. Bei Männern könne es vor allem nach chirurgischen Eingriffen im Unterleib zu einer Verletzung des Schließmuskels kommen. Auch wenn die Prostata komplett entfernt werde, könne eine Störungen auftreten. Hier sei der eigentlich intakte Schließmuskel durch eine Lageveränderung in seiner Kraft beeinträchtigt.

Bei der Dranginkontinenz signalisiere die Blase fälschlicherweise, dass sie voll sei. Der Harndrang sei dann kaum zu unterdrücken. Dadurch könne es zu einer unfreiwilligen Urinabgabe kommen. Verschiedene Ursachen wie eine Verengung der Harnröhre oder eine vergrößerte Prostata kommen infrage. Möglich seien darüber hinaus neurologische Erkrankungen wie MS, aber auch Blasensteine und Harnwegsinfekte.

Bei der Belastungsinkontinenz gebe es ein großes Behandlungsspektrum. Von der Physiotherapie über anticholinerge Medikamente bis zu modernsten Methoden. Infrage kämen auch sogenannte "Bulking agents", Harnröhrenschlingen, das Pro-ACT-System und der künstliche Schließmuskel.

Auch bei der Dranginkontinenz gebe es häufig effektive Abhilfe. Seien Ursachen wie Blasentumore und Entzündungen ausgeschlossen, würden zunächst nicht-operative Maßnahmen wie Blasentraining und ein geändertes Trink- und Ernährungsverhaltens ausprobiert. Zudem könnten "Anticholinergika" gegeben werden. Obendrein stünden operative Therapieverfahren zur Verfügung.
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