Stars im Wüstensommer

Bienen und Schmetterlinge lieben die Scharlach-Indianernessel.

Die Gießkanne - als ein Symbol der Gärtnerzunft - hatte im Sommer 2015 Dauereinsatz. Doch tägliches Gießen im Ziergarten ist Luxus und muss nicht sein. Wer sich die Mühe macht, kann seine Pflanzen dazu "erziehen", mit wenig Wasser auszukommen und trotzdem mit Schönheit zu glänzen.

Der Klimawandel bringt anhaltende Dürrezeiten mit sich, in denen Wasser zum Luxus wird. Dorothée Waechter beschäftigt sich in ihrem Buch "Gärtnern (fast) ohne Gießen" mit der intelligenten Verwendung von Wasser und dem geschickten Planen mit Pflanzen, die mit wenig Wasser auskommen. Das Geheimnis liegt in der geeigneten Bearbeitung des Bodens, der Auswahl der passenden Gewächse und dem richtigen Einpflanzen. Die meisten Pflanzen versorgen sich über den Boden mit Wasser. Desto tiefer die Wurzeln mit ihrem Flechtwerk die Erde durchziehen, desto widerstandfähiger sind sie gegen Trockenheit.

Prärie, Wüsten und andere trockene Standorte können als Vorbild auch für Oberpfälzer Blumengärten dienen. Rabatten mit Sommerphlox, Sonnenhut und Gräsern sind nicht nur robust, sondern eine Farbenpracht. Seit Jahren beliebt sind Prachtstauden des Mittleren Westens der USA wie Sonnenauge, Indianernessel oder Sonnenbraut. Diese benötigen allerdings einen guten Wasserhaushalt. Neu im Trend liegen die nordamerikanischen Präriepflanzen wie Scheinsonnenhut (Echinacea purpurea), Prachtscharte oder Mädchenauge, die - gemulcht mit Schotter oder Kies - nur sehr wenig Durst haben. Auch Taglilien sind unkomplizierte Sommerstauden. Sie besitzen gute Speicherwurzeln und überstehen Trockenperioden sehr gut.

Kübelpflanzen dagegen sind darauf angewiesen, dass sie bewässert werden. Das Wasserhaltevermögen der Erde kann etwas gesteigert werden, indem man Blähton oder ein Tongranulat untermischt. Wer im Urlaub die Pflanzen alleine lässt, sollte die Kübel an einen schattigen Platz stellen oder zu etwa einem Drittel in den Boden eingraben. So wird der Ballen gekühlt und durch das Abzugsloch kann auch ein bisschen Feuchtigkeit aufsteigen. Am Balkon überleben Geranien die knallig heiße Sommersonne am besten.

Sparsamer Umgang mit Wasser ist wichtiger denn je. Deshalb, wenn möglich, für den Garten Regenwasser sammeln, denn dieses ist auch besonders weich. Dorothée Waechter beschreibt in ihrem Buch das richtige Gießen. Wer abends eine kalte Dusche verabreicht, fördert die Ausbreitung von Krankheitskeimen und Pilzen. Besser ist es, morgens zu gießen. Die Pflanzen haben sich durch die Kühle der Nacht und den Tau meist von selber erholt und betreiben am Morgen intensiv Fotosynthese. Die Regel lautet: Lieber einmal in der Woche kräftig gießen, als täglich ein bisschen. Dadurch entwickeln sich die Wurzeln nach unten und können sich besser selber versorgen.
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