Steter Tropfen höhlt den Stein

Zertifizierte Beratung: Das können ab sofort die drei Kliniken für Allgemeinchirurgie, für Urologie und für Gynäkologie vorweisen. Sie werden vertreten von (von rechts) Cornelia Schnorrer, Prof. Karl-Heinz Dietl, Dr. Winfried Pruy, Prof. Theodor Klotz, Privatdozent Dr. Dr. Thomas Bschleipfer und Dr. Michal Lovisek. Obendrein erwarb auch die überörtliche Gemeinschaftspraxis für Urologie in Weiden mit Dr. Ulla Baumer (Zweite von links) die Urkunde der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft. Bild: Hartl
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
05.02.2015
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Die Kontrolle über Harn und Stuhl fällt schwer? Wer derartige Probleme hat, schweigt sich aus Scham oft darüber aus. "Bis wegen einer Beckenbodenschwäche 40 Zentimeter Darm aus dem Anus ragen." Derart plastisch schildert Professor Dr. Karl-Heinz Dietl die möglichen Folgen einer Beckenbodenschwäche.

Der Chefarzt der Allgemein- und Visceralchirurgie vertritt eine von insgesamt drei Abteilungen der Kliniken Nordoberpfalz AG, die neben der überörtlichen Gemeinschaftspraxis für Urologie in Weiden seit Neuestem als zertifizierte Beratungsstelle in derartigen Gesundheitsfragen wirken dürfen. Eine entsprechende Urkunde bestätigt dies.

Erworben haben sie neben Prof. Dietl weitere Ärzte der Abteilung Allgemeinchirurgie, der Gynäkologie und der Urologie - auch Chefarzt und Privatdozent Dr. Dr. Thomas Bschleipfer - sowie die niedergelassene Urologin Dr. Petra Baumer. Sie alle stecken nun die Köpfe zusammen, um dem Patienten zu helfen. Die Vorteile hierfür schildert Prof. Dietl wiederum bildlich: "Früher kam die Post, hat die Erde aufgegraben, Kabel verlegt und das Loch wieder zugeschüttet. Dann kamen die Wasserwerke, und alles begann von vorne. Wir 'graben' beim Patienten nur einmal und bringen bei den nahe zusammenliegenden Organen in der Gesamtheit alles auf einmal in Ordnung."

Die Vorbereitungen dazu würden bei der monatlichen Beckenbodenkonferenz getroffen, erläutert Chefarzt Bschleipfer. Hier besprechen acht verschiedene Abteilungen - auch die Radiologie, die "Innere", die Schmerztherapie, die Neurologie und Physiotherapie - die komplizierten Fälle. Dann werde gehandelt.

"Die Zertifikate sind auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu unserem neuen interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentrum", stellt Urologe Bschleipfer fest. Hier werde sich um die Beschwerden von Männern und Frauen gleichermaßen gekümmert. Generell gelte, je älter die Menschen, umso häufiger treten Beckenbodenprobleme auf. Frauen sind auch häufiger betroffen: 50 Prozent der über 80-jährigen Damen zum Beispiel. Männer würden sich ihres Beckenbodens häufig erst nach einer Prostataoperationen bewusst. "Wobei ab 40 oder 50 Jahren auch bei Männern schon mal eine Belastungs- oder Dranginkontinenz auftritt", weiß der Urologe Bschleipfer.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, rät Dr. Petra Baumer vorzubeugen. Wie das geht? "Nicht rauchen, nicht husten und Verstopfungen vermeiden." Obendrein wäre Training für die Beckenbodenmuskulatur sinnvoll. Prof. Dietl empfiehlt dazu schlicht: "Rauf aufs Trampolin."
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