Suche nach dem 5. Stadttor

Zusammen mit ihrem Klassenleiter Konrektor Josef Schmaußer (hinten rechts) besuchten die Viertklässler aus Hirschau den Amtssitz von Landrat Richard Reisinger auf, das Amberger Landratsamt. Bild: schß

Ein Auswärtsspiel hatte die 4. Klasse der Grundschule Hirschau mit Klassenleiter Josef Schmaußer. Es ging nach Amberg und es gab viel zu entdecken.

(schß) Im Mittelpunkt standen die mittelalterliche Stadtbefestigung und die kreisfreie Stadt Amberg als Sitz des Landratsamtes Amberg-Sulzbach, ein Kuriosum, das zu klären war.

Richtung Innenstadt

Selbst viele Amberger glauben, dass das verschwundene 5. Stadttor einst in der Achse Bahnhof - Richtung Innenstadt gestanden hätte. Die Hirschauer Kinder hatten aber schon Bilder des einstigen "Türkenwirtshauses" auf der Wart gesehen und wussten, dass man erst 1858/59 an dieser Stelle eine Bresche in die Stadtmauer geschlagen hatte, um eine schnelle Verbindung mit dem neuen Verkehrsmittel Eisenbahn zu bekommen. Denn im Dezember wurde die Ostbahn von Nürnberg nach Schwandorf eröffnet.

Noch heute beeindruckt die "festeste Fürstenstadt" (Bürgermeister Michael Schweiger 1660). Fast 100 Türme und fünf Stadttore boten den reichen Amberger Bürgern Schutz. Das anstelle des Jörgentores (die Jesuiten ließen es schließen) errichtete Neutor wurde 1870 wieder geschleift, da man auch an dieser Stelle einen praktikablen Zugang zum heutigen Malteserplatz wollte, erklärte Schmaußer.

Auch auf die wirtschaftliche Bedeutung der einstigen Hauptstadt der Oberpfalz wurde eingegangen. "Flussabwärts Eisen, flussaufwärts Salz, das ist der Reichtum der Oberen Pfalz!", hieß es jahrhundertelang. Nicht umsonst wurden die Patronin des Bergbaues, die Heilige Barbara (links), und der Patron des Salzbaues, der Heilige Rupert von Salzburg (rechts), von den Amberger Bürgern ganz nahe am Hochaltar der Bürgerkirche St. Martin platziert. Noch heute zeugen viele imposante Bauwerke vom ruhmreichen Erbe der Regierungsstadt Amberg.

In kreisfreier Stadt

Ein weiteres Thema, das Schmaußer beleuchtete, war der Aufbau der kommunalen Ebenen. Die Stadt Hirschau und die weiteren 26 Kommunen des Landkreises werden von der zweiten kommunalen Ebene, dem Landkreis Amberg-Sulzbach, von Amberg aus verwaltet. Der Landkreissitz befindet sich also in der kreisfreien Stadt Amberg.

Ein Schüler wusste gar, dass darum der Bürgermeister von Amberg den Titel Oberbürgermeister tragen darf, da eine kreisfreie Stadt und ein Landkreis gleiche Aufgaben erfüllen. Vergeblich suchten die Kinder nach dem Dienstauto von Landrat Richard Reisinger. Er befand sich in München.
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