Tatkamera sieht Drängler

Die Verkehrspolizei Weiden hat seit Juli 2014 einen neuen digitalen Abstandsmesser im Einsatz. Das Ergebnis nach 16 Messungen: Das Gerät erkannte auf der A 93 auf Höhe der Stadt Weiden 587 Abstandsverstöße.

(ca) Ein hoher Wert? Nicht unbedingt. "Die A 93 hat einen großen Durchfluss", sagt Werner Ochantel, Leiter der Verkehrspolizei. Autofahrer müssen auch nicht fürchten, beanstandet zu werden, wenn sie im üblichen Verkehrsfluss ein wenig nah an den Vordermann rücken. "Wir schauen da ganz genau hin: Überholt der Fahrer? Wechselt er die Fahrspur? Hat der Vordermann gebremst?" Diese Fälle "fliegen raus". Übrig bleiben nur eindeutige Abstandsverstöße, die zur Auswertung und Verfolgung an die Zentrale Bußgeldstelle gingen.

Wie arbeitet das neue System? Die Aufnahme der Verkehrssituation erfolgt über eine "Tatkamera". Zur Dokumentation des Fahrers und des Nummernschildes steht zusätzlich für jeden Fahrstreifen eine eigene "Identifizierungskamera" zur Verfügung. Sie wird erst beim Erkennen eines Regelverstoßes ausgelöst. "Eine verdachtsunabhängige Aufnahme und Speicherung personenbezogener Daten findet damit nicht statt", informiert Polizeihauptkommissar Michael Rebele, Präsidium Regensburg.

Das Gerät kann bis zu drei Fahrstreifen gleichzeitig überwachen und misst Abstand und Geschwindigkeit zugleich. Auch die sogenannten "Elefantenrennen", das gegenseitige Überholen von Lastwagen mit nicht wesentlich höherer Geschwindigkeit, lassen sich dabei überwachen.

Als Faustregel für den richtigen Abstand gilt "halber Tacho", bei 120 km/h also 60 Meter. "Die Leitpfosten stehen 50 Meter auseinander", gibt Ochantel eine Schätzhilfe.
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