Taxi-Fahrer verteilen Kondome

Auf die kostenlose und anonyme Untersuchung im "HIV-Risikopatienten sollen unbedingt zur kostenlosen und anonymen Untersuchung in das Gesundheitsamt kommen", bitten besonders am Welt-Aids-Tag Gesundheitsamtsleiter Dr. Thomas Holtmeier (links) und Sozialpädagogin Lisa Loreth (Sechste von links). Drei der sechs an der diesjährigen Taxi-Aktion beteiligten Unternehmen waren beim Pressegespräch anwesend: Robert und Christa Stauber (Zweiter und Dritte von links), Georg Feiler (Vierter von links) und Christine Ren

HIV-Infektionen sind nach wie vor nicht heilbar. Auch eine Impfung gibt es nicht. Seit Jahren steigt die Zahl der HIV-Neudiagnosen, auch in der Oberpfalz. Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember will die Risiken wieder bewusster machen und Unterstützung bieten. Eine Aktion mit Taxi-Unternehmen wird gestartet.

Weiden. (sbü) Für den diesjährigen Welt-Aids-Tag kündigt Sozialpädagogin Lisa Loreth vom Gesundheitsamt diese besondere Aktion an: "Wir freuen uns, dass wir bei den Taxiunternehmen so viel Unterstützung gefunden haben". Sechs Taxiunternehmen seien ausgewählt worden, "die in den nächsten Tagen im Rahmen der Fifty-Fifty-Taxis oder auch bei sonstigen Fahrten 500 kostenlose kleine Päckchen mit Informationsmaterial, Kondomen und Süßigkeiten ausgeben". Als beteiligte Taxiunternehmen wurden genannt: Taxi-Feiler, Taxi-Renner, Taxi-Stauber, Taxi-checker.cap, Taxi-Fischer und Taxi-Hefner.

Nach wie vor seien Kondome der beste Schutz. Diese würden auch die Übertragung vieler anderer Krankheitserreger verhindern. Das Gesundheitsamt will sich mit seiner Informationsschrift vor allem an junge Menschen wenden, sagt Lisa Loreth im Pressegespräch. "Wir wollen uns dabei aus dem Kontext der Schule heraus bewegen und in den gesamten Freizeitbereich gehen."

"Aufklärung, Schutz, Solidarität und HIV-Tests sind unsere wichtigsten Waffen bei der Bekämpfung von HIV und Aids", sagt Gesundheitsamtsleiter Dr. Thomas Holtmeier. "Leider wird in den letzten Jahren der Schutz von vielen nicht mehr so ernst genommen", gibt er zugleich zu bedenken. So kam es, dass in den letzten zehn Jahren die Zahl der HIV-Neudiagnosen in der Oberpfalz und in Bayern insgesamt wieder angewachsen ist.

326 Fälle wurden in Bayern vor zehn Jahren gezählt. Letztes Jahr gab es 455 und 2014 müssten wir mit einem weiteren Anstieg rechnen, erklärt der Mediziner. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass in Deutschland zur Zeit insgesamt rund 80 000 Menschen mit der HIV-Krankheit leben. Dazu kämen rund 14 000 kämen, die diese Erkrankung in sich tragen, dies aber noch nicht wüssten. Das Infektionsrisiko sei also weiterhin eher im Anwachsen, erläutert Dr. Holtmeier. Er will aber nicht mit erhobenem Zeigefinger Ängste verbreiten, sondern vor allem Informationen zum Umgang mit der Erkrankung geben.

Infizierte nicht ausgrenzen

Das Wichtigste für ihn ist: "HIV kann heute gut behandelt werden, aber verschwinden wird die Krankheit dadurch nicht". Die Behandlung sei auch deswegen wichtig, weil diese die "Virus-Konzentration niedrig hält und dadurch die Infektionsgefahr abnimmt". Und eine erfolgreiche Therapie setze voraus, dass die Patienten diese auch konsequent anwenden. Dr. Holtmeier ruft deshalb gerade am Welt-Aids-Tag alle Risikopatienten zum kostenlosen anonymen Test im Gesundheitsamt auf. "Die Schwelle für den Test ist sehr niedrig", ergänzt der Mediziner.

Der Welt-Aids-Tag wendet sich an die gesamte Bevölkerung. HIV-Patienten sollten nicht ausgegrenzt werden, sondern die notwendige Unterstützung und Solidarität erhalten. Familien, Freundeskreis und Berufskollegen von Infizierten seien dazu besonders aufgerufen. "Bei den üblichen sozialen Kontakten stellt eine HIV-Infektion keinerlei Gefahr dar", wird in einer Informationsschrift des Gesundheitsamtes ausgeführt. Darin heißt es auch, dass "knapp 90 Prozent aller HIV-Infektionen sexuell übertragen werden, davon mehr als drei Viertel beim ungeschützten Sex zwischen Männern". Bei häufig wechselnden Partnern nehme das Infektionsrisiko stark zu.
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