Teamgeist spielt Hauptrolle

Wie Brad Pitt fühlte sich Dr. Markus Imhof beim "Race across America". Folgerichtig radelt der Mediziner mit seinem Team jetzt auch durchs Kino.

Zuzuschauen, wie der Doc (Dr. Franz Wendlik) dem sich vor Schmerzen windenden Ralph Zimmermann die Spritze in die Weichteile neben dem Kniegelenk schiebt - das ist gewiss nicht jedermanns Sache. Es gibt schönere Eindrücke. Dr. Markus Imhof, der im Vorbeifahren schwärmt, dass er sich auf seinem "Ghost"-Rad wie Brad Pitt fühle. Nur dass sein Teppich kein roter, sondern ein grauer sei. Der Radiologe meint die endlose Straße.

Wer beim "Race across America" mitfahren will, muss schon ein echter Kerl sein. Einer wie Zimmermann oder "Immy" Imhof. Einer wie Dr. Thomas Dommermuth oder Stephan Loew. Ein Pauker, ein Doktor, ein Professor oder ein Kaufmann eben. Nur so klappt's mit dem Teamgeist. Den Zusammenschnitt des Rennens präsentierten die Protagonisten am Mittwochabend im "Neue Welt Kinocenter", das bis auf den letzten Platz gefüllt war. 5000 Kilometer von Oceanside am Pazifik nach Anapolis am Atlantik: ein Wahnsinn. Sierra, Rockys, Apalachen. Kein Hügel war den Vieren aus Weiden zu hoch. Kein Tal zu tief. Das Quartett radelt Tag und Nacht. Die Behandlung von Wehwehchen und Gefühlsausbrüchen gehört ebenso zur Doku wie die Siegerpose, oder, wie in diesem Falle: die Pose des Zweitplatzierten. Der Pokal wäre möglicherweise drin gewesen, hätte Zimmermanns Knie nicht gestreikt. Möglicherweise.

Weidener Sommermärchen

Aber Hut ab vor dem Lehrer. Er hat die Zähne zusammengebissen und durchgehalten. "6 Tage - 6 Stunden" ist eine 30minütige Zusammenfassung der Ereignisse. Der Kümmersbrucker Filmproduzent Daniel Neumuth hat das 13-köpfige Team zusammen mit seinem Chefkameramann Michael Scheske und Kameraassistent Julian Steiner eine Woche quer durch die Vereinigten Staaten begleitet - und ein Weidener "Sommermärchen" gebastelt.

Die Weidener radelten in Zweierteams. Erst Imhof und Dommermuth neun Stunden, wobei jeder jeweils anderthalb Stunden strampelte, während die anderen im überhitzten Wohnmobil schlummerten. Dann Loew und Zimmermann. So ging das sechs Tage und sechs Stunden lang, wobei Zimmermann am letzten Tag beinahe wegen seiner Knieprobleme das Handtuch geworfen hätte. Neumuth und seinen Kameraleuten gelang ein eindrucksvoller Filmbericht über das Rennen. Kurze Schnitte, viele O-Töne, berauschende Landschaften, die an den Rennfahrern vorbeiflogen, Tag- und Nachtaufnahem und jede Menge Schweiß und Logistik um Teamchef Wolfgang Mayer.

Ob's eine Wiederholung geben wird, steht in den Sternen. Dr. Dommermuth wird auf keinen Fall mehr dabei sein. Er hat das Rennen zusammen mit Loew, Norbert Huber und Wolfgang Stöckl, der diesmal im Begleitfahrzeug saß, zwei Jahre vorher schon einmal bewältigt. "Das reicht. Aber vielleicht gibt's irgendwann in Zukunft ein neues Team." Das aktuelle feierte jedenfalls ausgelassen bei Sekt und Häppchen und Autogrammeschreiben.
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