Technologie-Campus soll laufen lernen: Stadtrat beschließt weitere Förderung - Lieber ...
Knete für die Kinderschuhe

Finanzsorgen hin, Sparzwänge her. Diesen Rüffel konnte OB Kurt Seggewiß seinen Stadträten nicht ersparen: In einer Debatte um eine jährliche 10.000-Euro-Förderung des Weidener Technologie-Campus' ab 2016 erwies sich mancher als zu geizig. Zumal alle anderen Gebietskörperschaften - von Neustadt über Tirschenreuth bis Amberg-Sulzbach - ihren Obolus angeblich gerne leisten wollen. Seggewiß, energisch: "Und jetzt fangen ausgerechnet wir mit der Diskussion an!"

Dabei gibt die Stadt weniger aus als in den Vorjahren. Seit 2010 überwies sie jährlich 20 000 Euro. Alle Gebietskörperschaften verpflichteten sich für fünf Jahre zu dieser Unterstützung. Nach erfolgreichem Start des WTC werden sich die Kosten erheblich verringern. Der Geschäftsführerposten fällt weg. Der Förderverein Technologie-Campus will daher nur noch je 10 000 Euro pro Jahr als Mitgliedsbeitrag kassieren.

"Großartig" und "riesentoll"

Beispielsweise der Neustädter Kreistag hat seine Hilfen für die kommenden fünf Jahre kürzlich ohne Wenn und Aber beschlossen. Und auch die Weidener schienen sich nicht lange bitten zu lassen. Der WTC - die Forschung zur Lehre an der OTH - sei "ein großartiges Projekt für die gesamte Region", lobte Roland Richter (SPD). "Eine Erweiterung ist mittelfristig möglich, das Potenzial ist da." Die "Überbrückungshilfe nach der Baby-Phase" gebe Weiden gerne. Wolfgang Pausch (CSU) lobte ein "riesentolles, ganz, ganz positives Beispiel, wie man eine Region entwickelt": "Wenn's noch fünf Jahre Elterngeld bekommen soll, soll's uns recht sein." "Irgendwann sollte es sich aber selber tragen", schränkte Stefan Rank (Bürgerliste) ein.

Die Bindung auf fünf Jahre erschien Rank als zu lang. "Zwei oder drei wären angemessen." Außerdem befürchtete er, der Kommunale Prüfverband könnte diese freiwillige Leistung beanstanden. Als sich auch Karl Bärnklau (Grüne) skeptisch äußerte und das Ende der Förderung nach weiteren fünf Jahren kategorisch festschreiben lassen wollte, meldete sich Bürgermeister Lothar Höher zu Wort: "Ich verstehe diese Diskussion nicht." Der Prüfverband habe nie gesagt, dass freiwillige Leistungen unzulässig seien.

Kämmerin Cornelia Taubmann wies darauf hin, dass ein anderer Beschlusstext erst mit den beteiligten Gebietskörperschaften zu verhandeln wäre. Bereits gefasste Beschlüsse wären zu revidieren. Und das wäre dann doch ziemlich peinlich für die Stadt, gab OB Seggewiß zu verstehen. Sein entschiedener Appell fruchtete: Nahezu alle Stadträte segneten die WTC-Förderung ab. Nur Rank stimmte dagegen.

Aus für "Paradiesgärtchen"

Bei drei Gegenstimmen ist ein Projekt in der OTH-Nachbarschaft auf den Weg gebracht: der Bebauungsplan "Sondergebiet Fachhochschule". Dass der das Ende des "Paradiesgärtchens" zugunsten von weiteren Parkplätzen bedeuten könnte, stößt Bärnklau sauer auf. Der Grüne verwies auf ein "Kleinod, das relativ wertvoll ist" und forderte Alternativvorschläge von der Verwaltung. Unterstützung erhielt er bei der Abstimmung jedoch nur von seinen beiden Fraktionskollegen.
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