Teurer, aber immer noch günstig

Den Stadtbus lenkt weiterhin die Firma Wies. Nachdem sie sich erstmals in einem europaweiten Wettbewerb durchsetzte, darf sie den ÖPNV in Weiden mindestens bis zum Jahr 2025 betreuen. Doch bereits zum 1. April werden die Fahrpreise wieder steigen. Bild: Huber

Diesmal ist's nicht der Dieselpreis, denn der ist gefallen. Wolfgang Wies begründet die Erhöhung der Fahrpreise im Stadtbus mit sinkendem Fahrgastaufkommen und höheren Löhnen. Doch das ist nicht die einzige Neuigkeit, mit der Wies aufwartet.

(sbü) Erstmals musste sich das Weidener Traditionsunternehmen einer europaweiten Ausschreibung stellen: Zum 1. August nämlich ist der Stadtbusverkehr Weiden für die nächsten zehn Jahre neu zu vergeben. Der neue Stadtbusbetreiber ist der alte: Den Zuschlag bekam erneut die Firma Wies. Wie alles ablief, erläuterten Wies und Rechtsdezernent Hermann Hubmann in einem Pressegespräch.

"Das europäische Recht erforderte eine europaweite Ausschreibung", erklärte Hubmann, der das Verfahren als "bürokratisches Monster" bezeichnete. 400 Seiten fassen die Ausschreibungsbedingungen. Elf Interessenten hätten die Unterlagen angefordert, nur zwei Angebote seien eingegangen. Unter Einschaltung der Vergabekammer für Nordbayern in Ansbach fiel die Wahl auf die Firma Wies. "Sie gab das günstigste Angebot ab", sagte Hubmann. Das Verfahren sei transparent und nachprüfbar "es gab keine Vergabebeschwerde".

Dass das zukünftige jährliche Abrechnungsverfahren einen hohen Personalaufwand erfordere, bedauerte Hubmann. Im Kern beinhalte der neue Vertrag die gleiche Leistung wie bisher mit der Möglichkeit für die Stadt, diese auszudehnen oder einzuschränken. "Schließlich setzen wir jedes Jahr in den Haushaltsplan eine Million Euro zum Defizitausgleich ein", erklärt Hubmann.

4,5 Prozent mehr

"Als Unternehmen freuen wir uns sehr, dass die Entscheidung auf uns fiel, denn es hängen mit 65 Arbeitsplätzen in Weiden wesentliche Teile des Gesamtunternehmens davon ab", sagte Wies. Allerdings sei eine "moderate Fahrpreiserhöhung" um im Durchschnitt 4,5 Prozent ab 1. April unumgänglich. 19 Monate lang war der Fahrpreis stabil. Als Begründung für die Erhöhung nannte Wies ein 2014 um über drei Prozent gesunkenes Fahrgastaufkommen und Tariflohnerhöhungen. Die milden Temperaturen hätten das Radfahren öfters erlaubt und die Schülerzahl gehe zurück, argumentierte Wies. Schüler machten in Weiden 40 Prozent des Fahrgastaufkommens aus.

Stadt entscheidet über Preis

Allerdings lägen auch die neuen Preise noch deutlich unter dem Niveau anderer Städte. "Der Einzelfahrschein kostet zum Beispiel in Amberg 1,90 Euro und bei uns künftig 1,60 Euro", rechnete Wies vor. Auch Rechtsdezernent Hubmann war der Meinung, "der Stadtlinienverkehr ist in Weiden nach wie vor günstig". "Das Auto kann da nicht mithalten, Busfahren ist billiger als Parken." Hubmann berichtete, dass nach dem neuen Vertrag die Stadt über den Fahrpreis entscheiden werde. Busunternehmer Wies ergänzte, dass derzeit im Stadtbusverkehr 24 Niederflurfahrzeuge im Einsatz seien, alle Fahrzeuge gekauft und nicht geleast würden und dass der gesamte Fuhrpark im Durchschnitt maximal sechs Jahre alt sein dürfe.

Vorgestellt wurde auch der neue Internetauftritt www.wies-bus.de. Entwickelt hat ihn die Firma PPM, die auch die Internetseiten für die Kliniken Nordoberpfalz und die Stadtwerke entwickelt hat. "Vor allem auf den interaktiven Busfahrplan und die GPS-gesteuerte Karte mit Straßen und Haltestellen möchten wir hinweisen", erklärten Joachim Hladik und Heiner Reber von PPM.
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