Theatergruppe bringt Schimmelpfennig auf die Bühne
Vergessene Krieger

Im Dschungel vergessene Soldaten kämpfen gegen einen gesichtslosen Feind. Schüler der FOS/BOS Weiden setzen Schimmelpfennigs bizarres Stück "Für eine bessere Welt" exzellent um. Bild: swi
Weiden. (swi) Dass die Theatergruppe der FOS/BOS Weiden auch schwere Kost exzellent servieren kann, bewiesen elf junge Schauspieler. In der voll besetzten Aula brachten sie das Stück "Für eine bessere Welt" von Roland Schimmelpfennig auf die Bühne. Am Ende tosender Beifall für einen grandiosen Theaterabend.

Zu Beginn blicken alle in Richtung Treppe. Anton Alesík schreitet als Major die Stufen herab und singt eine von der Sinnlosigkeit des Krieges erzählende Legende. Am Ende wiederholt er das Lied. Die toten Soldaten erwachen und nehmen ihre Anfangspositionen ein. Das Stück könnte nun wieder von vorne beginnen.

Ein endloser Krieg, so die Handlung von Schimmelpfennigs Stück. Der Schauplatz: ein Dschungel irgendwo im Nirgendwo. "Die haben uns vergessen. Die haben einfach vergessen, dass wir hier draußen sind", sagt ein Soldat. Warum sie hier sind, wissen die Kämpfer nicht mehr. Die Fronten sind unklar, die Umgebung ist unkontrollierbar und der Feind vielleicht eine außerirdische Lebensform oder auch nur ein Hirngespinst. Der eigene Wahn wird zum gefährlichsten Gegner.

Christian Tranitz, Leiter der Theatergruppe, und das junge Ensemble fühlten sich mit Schimmelpfennigs bizarrem Stück sichtlich wohl. Neben Anton Alesík brillierten Luisa Haas, Alina Mende, Sophia Brand, Alisa Friedl, Simone Ruprecht, Yang Zhang, Miriam Schatzkowski, Vera Schieder, Martin Holzgartner und Thomas Unru auf der Bühne. Mit Begeisterung nahmen sie sich ihrer vom Krieg traumatisierten Gestalten an, ohne dabei das kühle Pathos des Stückes aus den Augen zu verlieren.

Dazwischen immer wieder Projektionen, Musik, Geräusche und kraftvolle Lichteffekte. Das gewollte Spiel der Verwirrung warf Fragen auf: Was ist real, was Einbildung? Oder ist alles nur ein Albtraum, ausgelöst durch die mediale Bilderflut? Schulleiter Emil Gruber dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz: "Sie haben uns schwere Kost exzellent serviert."
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