Theaterstück zum Mitmachen an der Europa-Berufsschule - Schauspieler zeigen die Folgen der ...
Wenn Glücksspiel zum Problem wird

Schüler beeindruckten nach Probeaufnahmen durch ihre Darstellung der Emotionen wie Traurigkeit, Freude, Hass oder Isolation. An der Europaberufsschule machte die Live-Reality-Soap über Freundschaft und Glücksspiel zum Mitmachen Station. Bild: R. Kreuzer
Gespielt wurde an der Europa-Berufsschule. Jedoch nicht an Automaten oder Spieltischen, sondern Theater auf einer improvisierten Bühne, wobei auch das Publikum - bestehend aus Schülern zweier Klassen - mit eingebunden wurde. Die Landesstelle Glücksspielsucht koordinierte Prävention, Forschung, Beratung und Hilfe rund um das Thema pathologisches Glücksspiel.

Natürlich finden die ersten Erfahrungen mit Glücksspielen oft zufällig statt. Gewinne führen dann zu positiven Gefühlen. Der Spieler will bald mehr gewinnen oder Verluste wieder wettmachen. "Der Übergang vom Glücksspiel mit Spaßcharakter zum problematischen Glücksspielverhalten und zur Abhängigkeit ist fließend", meinte Gerti Gerhards von der Caritas-Suchtambulanz in Weiden. Dank ihrer Vermittlung kamen zwei junge Schauspielerinnen nach Weiden und Regisseurin Andi Macht. Sie führte durch das Stück "Alles oder Nichts", eine Live-Reality-Soap über Freundschaft und Glücksspiel zum Mitmachen.

Das Stück, das Alex (21) und Sascha (19) als beste Freunde vorstellt, zeigt Möglichkeiten auf, die mit Szenen durch das Publikum bestückt werden. Das Stück eignet sich für 40 bis 50 Personen, also zwei Klassen. Neben der Einzelhandelsklasse beteiligten sich die Zerspannungsmechatroniker im Alter von 18 bis 21 Jahren. Die beiden Schauspielerinnen zeigten auf, das Spielleidenschaft ansteckend ist. Schon bald begeistert sich auch Sascha mehr für das Zocken als für das Basketballspiel. Diese Geschichte bildete den Rahmen des interaktiven Stücks vom Replay-Theater, das Jugendliche für das Thema Glücksspielsucht sensibilisieren will.

Die Botschaft: Prävention ist wichtig, denn trotz klarer gesetzlicher Bestimmungen zocken laut wissenschaftlichen Studien immer mehr Jugendliche um Geld. Einige von ihnen entwickeln dabei ein problematisches Spielverhalten, das oftmals den Beginn einer Suchtkarriere bildet. Die Gesellschaft darf die Augen vor dieser Problematik nicht verschließen. Auf die Frage der Regisseurin, wer schon in einem Casino Poker oder ein andere Kartenspiel gespielt habe, hob über die Hälfte der Anwesenden den Finger.

Vom Rotaryclub war Past-President Dr. Gerd Galle anwesend, dem Prävention und Beratung durch die erfahrenen Sozialpädagogen und Psychologen sehr wichtig ist. Der Club finanzierte die Veranstaltung.
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