Thema Fracking bei "Jetzt red i" überraschend abgesetzt
Nicht jeder darf reden

"Jetzt red i" aus der Max-Reger-Halle in Weiden. 45 Minuten lang führten Tilmann Schöberl (links) und Andreas Bönte durch die Live-Sendung. Am "Ministertisch" stellten sich (von links) der Bayerische Landesdrogenbeauftragte Dr. Georg Walzel, Innenstaatssekretär Gerhard Eck und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner den Bürgern. Die Sendung ist über die BR-Mediathek www.br.de/mediathek/video zu sehen. Bild: Wilck
Von solchen Rednern lebt "Jetzt red i": Hans-Jürgen Nägerl, Metzger und Gastwirt als Illschwang, nahm recht kernig die Allergen-Kennzeichnung in Lebensmitteln auf die Schippe, führte sie ad absurdum. Dabei bewies er durchaus komödiantisches Talent. Allerdings war er nicht mehr live im Bayerischen Fernsehen, sondern nur im "Live-Stream" zu erleben. Wenig Talent im Umgang mit den Bürgern bewies das Wirtschaftsministerium. Es kniff, schickte keinen Vertreter, der zum Fracking hätte Stellung nehmen können. Große Enttäuschung - auch bei der "Jetzt red i"-Redaktion, die gerne darüber diskutiert hätte: Sie musste am Mittwochabend Fracking streichen.

Gewichtigen Besuch aus München gab's dennoch. Landwirtschaftsminister Helmut Brunner stellte sich Kreisbauer Josef Fütterer, der den Flächenverbrauch durch Infrastrukturmaßnahmen bzw. Kompensationsflächen und den Kampf der Bauern um Pachtflächen beklagte.

Nahtlos fügte sich die Drogenproblematik an. Gerhard Krones bat den Bayerischen Drogenbeauftragten Dr. Georg Walzel, Mittel für eine deutlich verbesserte Präventionsarbeit bereit zu stellen. Zusagen gab Dr. Walzel keine - nur ein Gesprächsangebot. Auch das vom Behindertenbeauftragten Alexander Grundler geforderte Förderprogramm für einen "Rolli"-Weg durch die Altstadt bzw. für einen Verzicht auf die Umlagepflicht bei den Ausbaukosten scheint an vielen Hindernissen zu scheitern.

Einen wichtigen Erfolg konnte die Stadt verbuchen, auch wenn OB Kurt Seggewiß in der Live-Sendung nicht zu Wort kam. Minister Brunner ließ erkennen, dass er zum Gewerbegebiet Weiden-West IV steht und Wald tauschen würde. "Es wäre doch komisch", sagte er auf das insistierende Nachfragen von Sonja Schuhmacher (Bund Naturschutz), wenn die Staatsregierung mit hohem Aufwand Behörden in die Fläche verlagere und dann das Entstehen von neuen Arbeitsplätzen nicht unterstütze.

Innenstaatssekretär Gerhard Eck hatte ab 21 Uhr im "Live-Stream" des Senders seine liebe Mühe, Altbürgermeister Josel Zilbauer (Vohenstrauß) zu erklären, warum die Sollstellen bei der Polizei gesenkt werden, während sich die Bürger entlang der Grenze wegen der stark steigenden Einbruchsdelikte ängstigen.
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