Tierisch spät dran

Die Fundtierpauschale steigt ab 2015. Das entschied der Finanzausschuss - fast zwei Jahre nach Antragsstellung. Verwunderung bleibt da nicht aus.

Es wird teurer, wenn sich der Tierschutzverein - wie seit 1973 üblich - auch weiter um streunende Katzen und herrenlose Hunde in der Stadt kümmern soll. Statt der 0,26 Cent an Fundtierpauschale pro Einwohner verlangt der Verein wegen gestiegener Energiekosten, tierärztlicher Behandlungen und rückläufiger Spendeneinnahmen 0,50 Cent. Nur so könne er kostendeckend arbeiten. Ein entsprechender Antrag ging bereits im Februar 2013 bei der Stadt ein. Nun genehmigte der Finanzausschuss die Erhöhung der Fundtierpauschale - zum Januar 2015. Auch deshalb, weil sie alternativlos ist.

Das machte Stadtkämmerin Cornelia Taubmann deutlich: "Die Stadt ist verpflichtet, Fundtiere aufzunehmen, sie zu ernähren und tiermedizinisch zu versorgen." Ohne die Hilfe des Tierschutzvereins müsste Weiden selbst Gebäude und Personal stellen. Das wäre weit kostenintensiver. "Gott sei Dank macht das mit dem Tierschutzverein ein Dritter", lobt SPD-Fraktionschef Roland Richter. Trotzdem handle es sich um eine Verdoppelung der Pauschale. Diese wird nach Beschluss des Gremiums künftig pro Einwohner mit Hauptwohnsitz in Weiden gezahlt. In der Folge steigt die Aufwandsentschädigung der Stadt von 11 790 auf künftig 21 000 Euro pro Jahr.

Dr. Matthias Loew (SPD) wunderte sich, dass der Antrag des Tierschutzvereins bereits Anfang 2013 gestellt wurde. In der Folge wollte er wissen, ab wann denn nun die Erhöhung bewilligt werden sollte. Die Kommunen im Landkreis Neustadt/WN zahlen den höheren Wert seit 2013.

"In der Entscheidung, ab wann wir mehr zahlen, sind wir frei", erwiderte die Stadtkämmerin. Mit Verweis auf die angespannte Haushaltslage plädierte CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch für eine Erhöhung erst ab 2015. "Mit einer rückwirkenden Zahlung ab 2014 hätte ich auch kein Problem", meinte Rechtsdezernent Hermann Hubmann dazu. Schließlich habe der Verein den einst für einen Tierheimneubau bewilligten städtischen Zuschuss (knapp 60 000 Euro) nicht abgerufen. Zudem stehe es dem Verein frei, die Vereinbarung mit der Stadt zu kündigen. Das käme der Stadt teurer. Hubmanns Einwand fand kein Gehör. Das Gremium entschied sich einstimmig für die Erhöhung der Fundtierpauschale ab 2015 - und erntet dafür Unverständnis beim Tierschutzvereins.

"Darüber wird man noch reden müssen", sagte Norbert Ziegler, Schatzmeister des Tierschutzvereins. Sehr verwundert ist er über die Entwicklung. "Denn nicht der Verein hat verschuldet, dass der Antrag von 2013 erst jetzt vorgelegt wurde." Vielmehr habe man sich bereits 2012 mit der Stadt geeinigt, auf den für eine Sanierung (!) bewilligten Zuschuss zu verzichten. Der Grund: Ein Neubau komme günstiger. Im Gegenzug sollte die Stadt die Fundtierpauschale erhöhen. Das hat sie aber nicht. Festgestellt habe das der Verein bei der Fälligkeit der Zahlung im November 2014. Hier sollte die neue Pauschale eingehen, so wie sie übrigens bereits im städtischen Haushalt 2014 eingestellt ist. "Warum das nicht passiert ist und der Finanzausschuss wieder diskutiert, verstehe ich nicht."
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7957)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.