Tierquälerei aufgeklärt

Hundewelpe "Alexandra" ist auf dem Tierfriedhof in Weiden beerdigt. Bild: Huber

Entsorgt in einer Plastiktüte, in eine Mülltonne gestopft und nach zwei Tagen Todeskampf verendet: Das Schicksal des Hundebabys "Alexandra" erschütterte im August die Bürger. Nun hat die Polizei den Täter ermittelt.

Es waren umfangreiche und langwierige Arbeiten für die Polizei: Sie hat in den vergangenen Wochen zahlreiche Zeugen befragt und etliche Hundebesitzer überprüft. Zudem übernahm eine Diensthundeführerin der Polizeihundestaffel die Ermittlungen. Mit Erfolg. Am Mittwoch meldete Polizeihauptkommissar Günther Burkhard, dass der Täter und die Hundemutter im Fall "Alexandra" gefunden wurden.

Zur Vorgeschichte: Nachdem ein Anwohner in den Abendstunden des 19. August die Feuerwehr verständigt hatte, fand diese in einer Mülltonne auf einem Anwesen im Stadtteil Rehbühl den etwa zwei Wochen alten Hundewelpen. Das Tier war extrem unterkühlt.

Zeuge gibt Tipp

Eine Tierärztin nahm den Vierbeiner in ihre Obhut. Mit einer Mitarbeiterin kümmerte sie sich rührend um den Welpen, den die Feuerwehr den Namen "Alexandra" gab. Alle ein bis zwei Stunden bekam die Kleine ein Fläschchen. Allerdings verlor das Tier den Todeskampf, am 21. August um etwa 10.45 Uhr verendete es. Die Kälte in der Mülltonne hatte dem Welpen zu sehr zugesetzt.

"Wir haben den Hundehalter ermittelt. Er räumt ein, den Welpen in die Mülltonne gelegt zu haben", sagt Burkhard. Letztendlich habe ein Zeuge den entscheidenden Tipp gegeben. Denn der Täter habe das Muttertier und drei weitere Welpen desselben Wurfs schon weitergegeben. "Diese befinden sich in guten Händen", erklärt der Polizeisprecher.

Warum aber hat der Hundebesitzer "Alexandra" in die Mülltonne geworfen? "Er hat ausgesagt, dass er der Meinung gewesen war, dass der Welpe zu dem Zeitpunkt nicht mehr gelebt hatte", berichtet Burkhard. Ob der Täter wegen eines möglichen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz angeklagt wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft. Paragraf 17 Tierschutzgesetz sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Nach Auskunft des Leitenden Oberstaatsanwalts Gerd Schäfer müsste aber Vorsatz nachgewiesen werden, "also dass er den Welpen töten wollte".
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2014 (9311)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.