Tolles Museum, aber kein Geld

Großes Lob, aber keine Zusagen. Die Antwort des Kultusministeriums auf eine Anfrage von Landtagsabgeordnetem Jürgen Mistol zur Zukunft der Keramikmuseums macht zumindest deutlich, dass diese Zweigstelle der Neuen Sammlung in München höchstes Renommee besitzt.

Die Schließung des Museums durch die Stadt Weiden würde ein Vorzeigeprojekt und die gute Arbeit vieler Jahre beenden, betont Mistol. "Ich kann die Verantwortlichen der Stadt nur ermuntern, mit dem Freistaat nach Lösungen für den Erhalt des Museums zu suchen." Er sehe die Staatsregierung in der Pflicht, Kommunen wie Weiden in die finanzielle Lage zu versetzen, kulturelle Infrastruktur erhalten und fortentwickeln zu können. Die Antwort auf seine Anfrage im Plenum ist aber wenig hoffnungsvoll. Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst erklärt, das Bayerische Kulturkonzept der Staatsregierung sehe vor, dass künftig jeder Regierungsbezirk ein eigenes Landesmuseum erhalte. Mit den seit Jahresbeginn in staatliche Trägerschaft überführten ehemals kommunalen Museen Glasmuseum Frauenau und Porzellanikon Selb/Hohenberg sowie dem geplanten Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg verfüge der ostbayerische Raum über demnächst drei neue staatliche Museen.

Keine neuen Zweigmuseen

Der Oberste Rechnungshof (ORH) moniere seit 2002, dass die insgesamt 37 staatlichen Zweigmuseen und -galerien veraltet, konservatorisch ungenügend betreut und deswegen unattraktiv seien. Der ORH habe in der Konsequenz empfohlen, keine neuen Zweigmuseen einzurichten, einzelne Einrichtungen im Benehmen mit der jeweiligen Trägerkommune zu schließen, bei den verbleibenden Museen die Betreuung durch die Stammhäuser zu intensivieren und die Kommunen vor Ort viel stärker als bisher einzubinden.

Im Zukunftskonzept für die Staatlichen Zweigmuseen und -galerien seien drei zentrale Handlungslinien statuiert. Die veralteten Ausstellungen sollen überarbeitet, die museumspädagogische Betreuung intensiviert, vor allem aber das Trägerschaftsmodell neu organisiert werden: Auslaufende Zweigmuseumsverträge würden nur verlängert, wenn die Kommune sich zur Bestellung einer fachlich qualifizierten Museumsleitung vor Ort verpflichtet.

Im Kulturleben verankert

Die Stadt Weiden habe bereits in den vergangenen Jahrzehnten ohne vertragliche Verpflichtung eine sehr kompetente örtliche Museumsleitung bestellt, die das Museum als Fixpunkt im Kulturleben etablieren konnte. Daher hätten sich die sechs staatlichen Häuser besonders engagiert, erklärt das Ministerium. Das Internationale Keramikmuseum habe sich zu einem Vorzeigebeispiel für ein gut funktionierendes, zeitgemäßes, attraktives Zweigmuseum entwickelt, das im Sinne des Zukunftskonzepts als Modell für alle Zweigmuseen in Bayern dienen könne.

Das Ministerium würde es "außerordentlich bedauern, wenn die Stadt Weiden sich entschließen sollte, dieses sehr erfolgreiche Zusammenwirken mit dem Freistaat aufzukündigen". Einige der beteiligten staatlichen Häuser haben angekündigt, sich zum 25-jährigen Jubiläum des Museums im Jahre 2015 mit Sonderprojekten zu engagieren, "um der Stadt den fortbestehenden Kooperationswillen zu signalisieren".
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