Traditionsgasthof Ochsenwirt

Mehr als 120 Jahre lang gehörten in Wutschdorf Kirche und Wirtshaus zusammen. Rechts das katholische Gotteshaus St. Martin, links Gasthof und Metzgerei Ochsenwirt - zuletzt geführt von Alfred Wagner. Vier Generationen währte die Wirtshaustradition am Kirchplatz.

1890 ließ sich die Familie Wagner im alten Schneiderhaus neben der Pfarrkirche nieder. Sie musste für den Umzug keine weite Strecke zurücklegen: Michael Wagner gab sein altes Gasthaus, den "Roten Ochsen" in Freudenberg auf, um in Wutschdorf neu anzufangen. Sohn Hans errichtete 1914 das oben abgebildete, stattliche Gebäude. Das Email-Schild mit der Aufschrift "Bierwirtschaft & Metzgerei von Michl Wagner" ist heute noch in Familienbesitz. 1968 war auch die Zeit dieses Hauses abgelaufen. Max Wagner riss das Anwesen nieder, modernisierte den Betrieb und eröffnete ein Jahr später neu. Es war die Zeit, als der Freudenberger Skilift, das Freibad und das Hotel Hammermühle gebaut wurden. Vom Fremdenverkehr erwartete die Gemeinde einen großen Aufschwung. So richtete auch der Gasthof Wagner zwölf Fremdenzimmer ein.

Übernachtungen gab es zwar bis zuletzt immer wieder mal, allerdings nicht in ursprünglich geplanter Anzahl. 2013 beschloss Juniorchef Andreas Wagner schließlich, sich auf die Metzgerei zu konzentrieren. Fleisch und Wurst gibt's hier also weiter, der Wirtshausbetrieb aber endete. (upl)
Weitere Beiträge zu den Themen: Januar 2015 (7958)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.