Trasse an der Oberpfalz vorbei

Die SPD-Abgeordneten sind optimistisch. In Berlin ließen sie sich von den Netzbetreibern die aktuellen Planungen für die Gleichstromtrasse vorstellen. Sie liegt nun weiter westlich.

(räd/za/dpa) "Wir sind zuversichtlich, dass die Trasse der Gleichstrompassage Süd-Ost nicht durch die nördliche und die mittlere Oberpfalz führen wird", teilten die SPD-Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder und Uli Grötsch am Dienstagvormittag mit. Vor der SPD-Landesgruppe in Berlin hatten am Montag der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, sowie die Planer und Vorstände von Amprion und Tennet die aktuellen Planungen für das Stromnetz vorgestellt.

Homann und die Netzbetreiber hätten erklärt, dass sich der sogenannte "Untersuchungskorridor" nach Westen verschoben habe. Bereits im November vergangenen Jahres war bekannt geworden, dass die Trasse nicht mehr von Bad Lauchstädt nach Meitingen, sondern von Wolmirstedt nach Gundremmingen verlaufen soll.

Weil inzwischen auch eine Erdverkabelung in Betracht gezogen werden, sei der Umweg über das Fichtelgebirge nicht mehr nötig, um Bayreuth zu umgehen. Unwahrscheinlich werde ferner die potenzielle Alternative entlang der A 93. Konkrete Planungen über den endgültigen Verlauf gibt es noch nicht. Deshalb wollen die zwei Abgeordneten auch weiter wachsam sein. Schieder freut sich immerhin: "Unsere Argumente sind bei den Zuständigen angekommen." Ebenfalls Freude beim Weidener CSU-Abgeordneten Albert Rupprecht: "Unser Widerstand hat sich gelohnt", erklärte er am Dienstagnachmittag. Der Weidener Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (SPD) zeigte sich erleichtert. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", erklärte er, nachdem er die Nachricht von den beiden Bundestagsabgeordneten erfahren hatte. "Es wäre zu einer Extrembelastung für die nördliche Oberpfalz gekommen", erklärte Seggewiß und zählt die Autobahn A93, die für eine Elektrifizierung vorgesehene Bahnstrecke Hof-Regensburg und den "Ostbayernring" auf. Zusätzlich die Süd-Ost-Trasse zu bekommen, "wäre schon brutal gewesen". Für den Ausbau des "Ostbayernrings", der von Redwitz über Weiden nach Schwandorf führt, läuft laut Tennet derzeit eine Grobprüfung. Schieder forderte dafür nochmals an neuralgischen Stellen in der Nähe von Wohnbebauung eine Erdverkabelung.

Unterdessen hat Tennet Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) davor gewarnt, die Entscheidung zum Bau von Stromautobahnen hinauszuzögern. "Der Netzausbau 2022 ist quasi übermorgen. Wir haben keinen einzigen Tag zu verlieren", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Tennet, Urban Keussen, am Dienstag in Berlin.
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