Trotzdem positive Bilanz bei städtischen Tempokontrollen
Jeder Zweite zu schnell am Juz vorbei

Die Kurve zeigt nach unten: Im Oktober stellten die städtischen Verkehrsüberwacher so wenige Tempoverstöße wie noch nie fest, seitdem die Kontrollen im April begonnen hatten. Dabei fuhren 8338 Wagen durch die Radarschranke - auch das ein neuer Rekord. Die Verstoßquote betrug 4,3 Prozent. Damit fiel sie deutlich geringer aus als im bisherigen Vorzeigemonat August: Von knapp 6000 kontrollierten Fahrzeugen waren da 5,44 Prozent zu schnell dran gewesen.

Bedeutet das nun, dass der erzieherische Effekt durchschlägt und Weidens Wagenlenker tatsächlich immer vorsichtiger unterwegs sind? Nicole Hammerl vom Rechtsamt der Stadt verneint: "Es ist noch zu früh, um einen Trend feststellen zu können." Schließlich gebe es eine Vielzahl von verschiedenen Messstellen, an denen sich die Überwacher in unterschiedlichen Abständen postierten. "Eine Messstelle mag dabei stärker frequentiert sein als die andere, es wird zu unterschiedlichen Zeiten gemessen, möglicherweise besteht zum Zeitpunkt der Messung ein Hindernis, wegen dem ohnehin langsamer gefahren werden muss." Kurz: Um eine Entwicklung ablesen zu können, "muss mindestens ein Jahr ins Land gehen". Also warten wir auf die Jahresbilanz im Frühjahr 2016 - und blicken erstmal auf die vergangenen beiden Mess-Monate.

Trotz des Minus-Rekords bei den Verstößen insgesamt: Ausreißer nach oben gab's natürlich aber auch im Oktober. Beispielsweise in der Frühlingstraße beim Jugendzentrum, wo Tempo 30 gilt. Bei fast der Hälfte aller 25 kontrollierten Verkehrsteilnehmer (48 Prozent) löste der Blitzer aus. Der Schnellste war dort mit 58 Sachen unterwegs. An den Altenheimen in der Leimberger Straße düste fast jeder Fünfte (19,4) mit überhöhter Geschwindigkeit vorbei, einer gar mit 65 statt der erlaubten 30 Stundenkilometer. Insgesamt 252 Autos landeten in der Statistik. Relativ hohe Verstoßquoten gab es mit 15,4 Prozent beim Kindergarten in der Rehbühlstraße, mit 14,2 Prozent bei den Bildungsstätten in der Sebastianstraße und mit 11,54 Prozent bei der Schule in Neunkirchen.

Knapp 7000 Fahrzeuge hatten die Radarschranken im September passiert, 6,4 Prozent davon zu schnell. Und davon viele beim Kindergarten in der Hochstraße. 43 von 95 Fahrzeugen erwischte es dort - eine Quote von 45,3 Prozent. Ungefähr jedes fünfte kontrollierte Auto war beim Kindergarten in der Königsberger Straße (21,48 Prozent), bei den Schulen in der Fichtestraße (20 Prozent), im Stockerhutweg (18,33 Prozent), bei Maria Waldrast (18,5 Prozent) und bei der Bushaltestelle Berliner Straße zu schnell (19,38 Prozent).
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