Tunnel sechs Meter breit und 2,60 Meter hoch - Äußerst bequeme Verbindung für Fußgänger und ...
Wittgarten-Durchstich ohne Angst-Röhre

Mit einer Neigung von nur drei Prozent senkt sich der Rad- und Fußweg vom Josef-Witt-Platz kommend zum Gleiskörper ab und mündet dann in die noch zu bauende Verlängerung der Siechenstraße, die geradeaus in die Königsberger Straße führt. Skizze: NT/Drori-Entwicklungs-GmbH
Mit umfangreichen Vorplanungen stellen Bauausschuss und Stadtverwaltung die Weichen: Heute müssen die Stadträte den Zug auf die Gleise heben, damit der Wittgarten-Durchstich endlich Realität wird, und den Vorentwurf absegnen. Ein Sonderprogramm hilft der Stadt bei der Realisierung eines Projekts, das sich die Weidener und auch die Kommunalpolitiker - quer durch alle Fraktionen - seit langem wünschen.

Stadtplaner Friedrich Zeiß legt heute im Bau- und Planungsausschuss den Vorentwurf mit Kostenschätzung vor. Die reinen Baukosten (also ohne Grunderwerb, Ablösebeträge) summieren sich auf gut zwei Millionen Euro, bestätigte Zeiß am Mittwoch gegenüber dem NT. Mit der Baumaßnahme selbst werde wohl erst 2017 begonnen. An einem Wochenende im Jahr 2018 werde das neue Unterführungsbauwerk in den Gleiskörper "eingeschoben". Dafür musste frühzeitig die "Sperrpause" für den Bahnbetrieb beantragt werden.

"Sehr bequem"

Die Bahn hat bereits ein Gleis abgebaut. Vier Stränge verbleiben aber noch. Das Bauwerk selbst wird also rund 25 Meter unter dem Gleiskörper hindurchführen. Mit einer lichten Breite von sechs Metern, dazu mit einer stattlichen Höhe von 2,60 Metern entstehe keineswegs eine Angst-Röhre, versichert Zeiß. "Es gibt keinen Tunneleffekt." Die Anbindungen zum Josef-Witt-Platz bzw. im Westen zum Wittgarten weise lediglich eine Neigung von jeweils drei Prozent auf, sei also für Fußgänger und Radfahrer äußerst bequem. "Wir tauchen mit dem Fuß- und Radweg ganz sachte unter den Gleisen durch."

Der Durchstich werde nicht nur die "möglichst kürzeste Verbindung" vom der Innenstadt zum Stadtteil Stockerhut, sondern auch eine große Aufwertung für die Max-Reger-Straße selbst schaffen. Mit der trichterförmigen Aufweitung der Schillerstraße im Süden der Einmündung der Albrecht-Dürerstraße wächst der Josef-Witt-Platz zu einem großen Carré. Entlang des Sparkassen-"Pavillons" sowie der Sparkassen-Parkplätze führt die Trasse nach Westen. Die Böschungen müssen neu hergestellt, einige Stellplätze der Sparkasse verlagert werden. Auf der westlichen Seite haben sich die Stadtwerke mit ihrem Erweiterungsbau bereits auf die künftige Situation vorbereitet: Ihr Eingangsbereich im Norden des Grundstücks orientiert sich schon zum "Wittgarten-Durchstich".

Millimetergenau

Im Westen der Gleise wird das Unterführungsbauwerk im Jahr 2017 gegossen. Während des Winters soll es aushärten und 2018 innerhalb von nur 72 Stunden millimetergenau unter den Gleiskörper geschoben werden. Dann rollen wieder die Züge darüber. "Bis Ende 2018 sind wir dann komplett fertig", meint Stadtplaner Zeiß. Die "Derori Entwicklungs-GmbH", die den Entwurf für den Wittgarten-Durchstich erarbeitet, hat ein vergleichbares Projekt erfolgreich in Regenstauf verwirklicht.
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