Über 100 neue Schulkinder

Die Neue im Bunde: Schulrätin Elisabeth Junkawitsch aus Eschenbach (Zweite von links), gebürtige Berlinerin, Mutter von drei Kindern und als langjährige Studienseminarleiterin Expertin für Mittelschulen. Sie komplettiert die Leitung des Schulamts Neustadt-Weiden mit Schulamtsdirektorin Christine Söllner und Schulrat Johann Hilburger. Söllner: "Wir fühlen uns bei der Stadt Weiden gut aufgehoben." Links OB Kurt Seggewiß. Bild: Huber

"Das hat man nicht wissen können", sagt OB Kurt Seggewiß. Der Schulentwicklungsplan war 2012 in Auftrag gegeben worden. Ergebnis: Weiden hat zu viele Schulen für zu wenig Kinder. Mögliche Schulschließungen sind heiß diskutiert worden. Was keiner auf der Karte hatte, war die in dieser Größenordnung unerwartete Flüchtlingswelle.

(ca) Die könnte jetzt zum Rettungsanker für so manche Schule werden. Das Thema stand am Mittwoch beim Antrittsbesuch der neuen Schulrätin Elisabeth Junkawitsch im Weidener Rathaus auf der Agenda. Sie wurde begleitet von ihrer Chefin, der neuen Schulamtsdirektorin Christine Söllner, sowie Kollege Schulrat Johann Hilburger, neuer stellvertretender fachlicher Leiter.

OB Kurt Seggewiß rechnet damit, dass ab Oktober dauerhaft 500 Flüchtlinge in Weiden leben. Im Landkreis sind es 900. Macht insgesamt 1400. Zum Vergleich: 2012 waren es in Weiden 110 und im Landkreis 50. Unter den Neubürgern sind jede Menge Schulkinder. Das Sozialamt des Landkreises zählt anhand der Geburtsjahrgänge 90 Kinder zwischen 6 und 14 Jahre, darunter 30 potenzielle Abc-Schützen der Jahrgänge 2008/2009. Für Weiden nennt Rechtsdezernent Hermann Hubmann 15 schulpflichtige Kinder für Grund- und Mittelschulen (plus 65 berufsschulpflichtige Minderjährige).

Das neue Team an der Spitze des Schulamts (mit Sitz in Neustadt) ist für die Situation gerüstet. Die Drei sind verantwortlich für 36 Grund- und 15 Mittelschulen, verteilt auf 1500 Quadratkilometer in Stadt und Land. Das Modell "Übergangsklassen" hält das Schulamt daher für nicht ideal: Dabei würden Kinder in eigenen Flüchtlingsklassen zunächst in Deutsch fit gemacht. Schulamtsdirektorin Christine Söllner setzt lieber auf Deutsch-Förderklassen, vorerst an der Max-Reger-, Pestalozzi- und Albert-Schweitzer-Schule in Weiden. Dazu werden die Kinder in normale Klassen integriert und für Deutsch-Förderstunden herausgenommen (14 Stunden pro Woche).

Der Schulamtsbezirk hat dafür bereits drei mal 14 Lehrerstunden zusätzlich bekommen. Genehmigt sind weitere 66 Stunden für Vorkurse. Dabei unterrichten Lehrer direkt an Kindergärten Deutsch für Vorschulkinder. Lehrer, die das können, gibt es auch schon: Zehn bis 15 Lehrer im Schulamtsbezirk haben sich in den Ferien die Qualifikation für "Deutsch als Fremdsprache" angeeignet.

Nichts muss bleiben wie geplant. Das gilt inzwischen als einzige bleibende Wahrheit. Daher schließt die Schulamtsdirektorin auch nicht aus, dass es irgendwann auch Übergangsklassen geben wird: "Wir hätten noch Luft, über mobile Reserven je eine Übergangsklasse an einer Grund- und einer Mittelschule zu bilden."
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