Über 400 Tiere neu im Heim

Oft sind es die "Einzelschicksale", die Tierfreunde aufschrecken. Hund "Bruno", der einen riesigen, roten Socken verschluckt hatte und ausgesetzt wurde. Die Welpe "Alexandra" im Müll. Drei junge Chihuahuas, welche von der Bundespolizei strandeten.

(hcz) Tatsächlich kümmert sich der Tierschutzverein um viel, viel mehr Vierbeiner: 2014 kamen über 400 (!) Tiere neu ins Tierheim. Bei der Jahreshauptversammlung informierte Vorsitzende Mariele Junak, dass im letzten Jahr 34 Hunde - und damit weit weniger als in früheren Jahren -, 62 Katzen, 19 Kaninchen, zwölf Meerschweinchen, zwei Ratten und drei Ziervögel im Tierheim abgegeben worden. Als "Fundtiere" seien 70 Hunde, von denen 60 wieder abgeholt worden seien, eingeliefert worden. Dazu 183 Katzen, elf Kaninchen, ein Frettchen, ein Degu, ein paar Ratten, Mäuse, Schildkröten, Wellensittiche, Kanarien und verschiedenste Wildtiere.

Erfreulicherweise hätten alle Kleintiere, 220 Katzen und 40 Hunde erfolgreich vermittelt werden können. Mariele Junak dankte allen Aktiven, die im Tierheim oder auf Pflegestellen arbeiten. Besonders hob sie Manuela Fritsch heraus, die sich seit Jahren in ihrem Haus der Kleinsten annimmt und hauptsächlich Katzenbabys aufpäppelt. Zu einem Jubiläum gratulierten die Mitglieder Jutta Böhm. Die 55-jährige gelernte Pferdepflegerin ist seit 30 Jahren Im Tierheim tätig und leitet es seit 25 Jahren. Für dieses langjährige Engagement, das im Bereich Tierschutz sehr selten sei, dankte ihr Junak besonders.

Hohe Kosten seien angefallen für die Behandlung dreier, von der Bundespolizei beschlagnahmter, Chihuahua-Welpen, berichtete die Vorsitzende. Sie erinnerte weiter an die kleine "Alexandra", einen Hundewelpen, der "wie Müll in einer Tonne entsorgt" worden war. Obwohl sie durch den Tierschutzverein aufopfernd und aufwendig versorgt wurde, habe die Hündin nicht überlebt.

Gut sei dagegen eine andere, haarsträubende Geschichte ausgegangen. Welpe "Bruno" hatte eine Socke verschluckt. Da sich die Besitzer die von einer Tierklinik veranschlagten Kosten nicht leisten konnten, landete das Hündchen im Tierheim. Nach Behandlung und ein paar Tagen in der Praxis von Dr. Siegfried Schmelcher und Dr. Veronika Baur-Schmelcher in Pressath hatte sich "Bruno" in die Herzen der Tierarztfamilie geschlichen. Er lebt seitdem dort als "Praxishund".

Stadtrat Josef Gebhardt (SPD) übte Kritik an Menschen, die Tiere als Spielzeug betrachten. Stadtrat Hans Blum (CSU) lobte alle "Katzenstreichler und Gassi-Geher" und die Homepage-Betreuerin des Vereins. Stadtrat Stefan Rank (Bürgerliste) meinte, ein "gutes Tierheim" sei wichtiger als "wo es steht". Alle Politiker sicherte Unterstützung zu.
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