Überall ist was zu holen

Gut 50 Vorträge hält Kriminalhauptmeister Dieter Melzner (Zweiter von links) pro Jahr. Einen davon bei der SPD Weiden-Ost: Hildegard Burger (links), Dr. Sema Tasali-Stoll und Horst Fuchs bedankten sich dafür. Bild: hcz

"Bei mir ist nichts zu holen." Das war eines der falschen Annahmen, mit denen Kriminalhauptmeister Dieter Melzner bei der Präventionsveranstaltung der SPD aufräumte. Auch der "Normalbürger ohne große Wertsachen" bleibe von Einbrüchen nicht verschont.

(hcz) Die zunehmende Zahl von Wohnungseinbrüchen macht der Bevölkerung Sorgen. Körperliche und psychische Schäden könnten die Folge dieses "erheblichen Eingriffs in die Privatsphäre" sein, meinte Horst Fuchs, Vorsitzender der SPD Weiden-Ost. Deshalb hatte er zum Infoabend über "Sicherheit im Wohnumfeld" ins Vereinsheim "Almrausch" eingeladen. Zahlreiche Zuhörer folgten der Einladung.

Kriminalhauptmeister Dieter Melzner informierte in einem fast zweistündigenVortrag darüber, wie man sich vor Einbrechern schützen kann. Der kriminalpolizeiliche Fachberater für die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sowie die Stadt Weiden hält pro Jahr gut 50 Vorträge bei verschiedensten Gruppen. Dazu kommen etwa 190 Vor-Ort-Beratungen, die über die Polizeiinspektion kostenlos gebucht werden können. Allerdings sei etwas Geduld gefordert, da die Warteliste lang sei.

Der 44-jährige, aus Oberbayern stammende Polizist räumte zuerst mit gängigen Vorurteilen auf. "Einbrecher kommen nur nachts." "Sie kommen sowieso überall rein." "Am besten ist eine Alarmanlage." "Bei mir ist nichts zu holen." All das sei unwahr. Richtig sei, dass mittlerweile zu jeder Tages- und Nachtzeit eingebrochen werde. Alarmanlagen würden zwar helfen, am besten sei jedoch ein schwerer, funktionierender, mechanischer Schutz.

Mit Nachrüstung von Türen und Fenstern mit mechanischen Sicherungen - Riegel, Sperrbügel, abschließbare Fenstergriffe, Türspione, Isolierglas, Gitter - könne man schon viel bewirken. Dadurch könnten 95 Prozent aller Einbrüche, die meist durch ausländische Banden oder einheimische Drogensüchtige erfolgen würden, verhindert werden. Die letzten fünf Prozent beträfen Besitzer großer Werte, die planmäßig ausgekundschaftet würden.

Melzner riet in seinem kurzweiligen, durch Anekdoten gewürzten Referat zur Nachbarschaftshilfe. Aufmerksame Nachbarn verhinderten ein Drittel aller Einbruchsversuche.
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