Überfall auf 21-Jährige war Räuberpistole - Nasen beim Streit mit Freund gebrochen
Erstunken und erlogen

"Von hinten überfallen - Unbekannter würgt 21-Jährige und bricht ihr die Nase". So lautete der Titel über einer Polizeimeldung vom März im "Neuen Tag". Nun ergaben hartnäckige Ermittlungen eines Beamten der Polizeiinspektion ein ganz neues Bild des Geschehens, erklärt die Polizei: Die 21-Jährige hat gelogen. Alles trug sich anders zu, an diesem Sonntag, den 8. März.

Rückblick: Damals traf gegen 4.30 Uhr eine Polizeistreife am Sparkassenplatz auf eine Frau, die stark blutete. Die 21-Jährige aus dem Stiftland sei gerade in der Bahnunterführung der Frauenrichter Straße überfallen worden, gab sie an. Ein Unbekannter habe sie von hinten angefallen, gewürgt und zusammengeschlagen. Dabei habe er ihr die Nase gebrochen, Schürfwunden und Prellungen zugefügt. Ein Sanka des Roten Kreuzes brachte die Frau schließlich ins Klinikum.

Schutz für Schläger-Freund

Einen Monat später steht fest: "Die Geschichte war einfach gelogen", ermittelte die Polizei. Einen Überfall hat es nie gegeben. Stattdessen hatte die 21-Jährige einen Streit mit ihrem damaligen Freund. Dabei schlug der 20-Jährige zu. Der Mann aus der Mitte des Landkreises Neustadt ist nun als Täter überführt. Doch warum hat ihn die 21-Jährige gelogen? Die Frau wollte ihren Freund vor strafrechtlichen Konsequenzen schützen, gab sie bei der Polizei an. Schwierigkeiten mit der Gesetzestreue hatten übrigens beide bereits. Weitere folgen.

So erwartet den 20-Jährigen ein Verfahren wegen vorsätzlicher und gefährlicher Körperverletzung. Hat er doch seine Freundin noch massiv getreten, als diese bereits am Boden gelegen hatte. Die 21-Jährige muss sich wegen des Vortäuschens einer Straftat, wegen Strafvereitelung und ebenfalls wegen vorsätzlicher Körperverletzung verantworten. Anscheinend wurde auch sie beim Streit handgreiflich.
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