Übergewicht erhöht Arthrose-Risiko - Endoprothetik-Zentrum am Klinikum stellt sich vor - ...
Schmerzen nach dem Aufstehen

(sbü) Arthrose ist unheilbar, aber nicht lebensbedrohend. Tröstlich, dass die moderne Medizin für die Betroffenen zahlreiche Hilfen entwickelt hat. Um dabei dem Arthrose-Patienten bei der Behandlung höchst mögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde im Klinikum in Weiden eigens dafür ein Endoprothetikzentrum aufgebaut. Es hat sich jetzt in einer Informationsveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Arthrose ist eine Volkskrankheit. Statistiker haben ausgerechnet, dass unter den über 60-jährigen jede zweite Frau und jeder dritte Mann darunter leidet. In der Max-Reger-Halle wurden Behandlungs- und Operationsmöglichkeiten bei Hüftgelenk- und Kniearthrose vorgestellt. Oberarzt Ahmet Mestan berichtete zunächst, dass in Deutschland jährlich 200 000 Hüft- und 160 000 Kniegelenke eingesetzt werden.

Zahlreiche Ursachen

Arthrose könne zahlreiche Ursachen haben. Sie reichen von rheumatischen Erkrankungen über Unfälle, Entzündungen bis zu Beinlängendifferenzen. Doch eines steht für den Mediziner eindeutig im Vordergrund: "Je schwerer der Mensch, desto höher die Arthrose-Rate." Typisch für Arthrose seien "Anlaufschmerzen nach dem Aufstehen". Und Arthrose verlaufe meist wellenförmig, Phasen mit mehr und mit weniger Schmerzen wechseln sich ab. Auf dem Röntgenbild könne der Grad der Betroffenheit festgestellt werden. Bei gesunden Gelenken sind beide Gelenkhälften mit einer glatten Knorpelschicht bedeckt. Im Arthrose-Prozess werde diese schützende Knorpelschicht zerstört, die Knochen werden angegriffen und "alles verformt sich".

Bevor es zur Operation und zum Einsatz künstlicher Gelenke kommen muss, könnten zunächst auch andere Behandlungsmethoden eingesetzt werden. Johannes Weiß vom Zentrum für Orthopädie-Unfallchirurgie und Neurochirurgie (ONZ) erläuterte sie. Ganz am Anfang stünde die Anpassung im Lebensstil und der Ernährung. Als Medikamente könne Paracetamol, später Voltaren oder Ibuprofen, notfalls sogar Opioide eingesetzt werden. Vielen Patienten helfen auch Kortison- oder Hyaluronspritzen. Physiotherapie sorge für eine "gute Oberschenkelmuskulatur". Orthopädische Schienen bei Kniebeschwerden, Kniebandagen und Schuheinlagen könnten ebenfalls helfen. Dasselbe gelte für Akkupunktur, Kniegelenkspiegelung oder operative Veränderungen der Beinachse. Bis zu zehn Jahre könnten solche Methoden den Einsatz künstlicher Gelenke verzögern.

Sehr sichere Operationen

Wie eine solche Operation ablaufe, demonstrierten die Mediziner anhand von Bildern. 10 bis 14 Tage dauere der stationäre Aufenthalt bei einer sich "vor allem bei älteren Patienten anschließenden stationären Reha von 3 bis 4 Wochen. Versichert wurde von den Medizinern, dass die vorgeführten Knie-und Hüftgelenksoperationen zu den "sehr sicheren Operationen zählen". Die Zufriedenheitsquoten von "gut bis sehr gut" liegen bei künstlichen Kniegelenken bei 80 Prozent, bei Hüftgelenken noch höher.

Wie Krankengymnastik und Gesundheitssport das Leben mit künstlichen Gelenken erleichtert, erklärte dann Wolfgang Baierl aus der Physiotherapie des Klinikums Weiden. Chefarzt und Leiter des EPZ, Dr. Thomas Neubauer-Gartzke erläuterte, dass sein gemeinsam mit dem ONZ geführtes Institut im vergangenen Jahr bei der Qualitätszertifizierung "fast 100 Prozent aller Parameter erfüllt hat". "Wir hatten bei der Prüfung keine einzige Beanstandung."
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