Ulla-Haesen-Quartett sorgt für Boss-Nova-Flair - Saisonabschluss der Weidener "Klein & ...
Brasilianisches Fieber in der kalten Oberpfalz

Ulla Haesen hat mit dem Gitarristen Lorenzo Petrocca (links), dem Percussionisten Jorge Brasil (rechts) und dem Bass-Gitarristen Wilhelm Geschwind perfekte Mitstreiter gefunden, um den Bossa Nova zu zelebrieren. Bild: stg
Immer wieder geht es um Sehnsucht, Traurigkeit und Melancholie - "Saudade" in portugiesischer Sprache. Und dennoch merkt man diese Stimmung der Musik nicht, denn (fast) immer wendet sich die Geschichte zum Guten. Das Ulla-Haesen-Quartett bringt einen Hauch brasilianischen Boss-Nova-Flairs in die kalte Oberpfalz und beendet mit einem gelungenen Auftritt die aktuelle "Klein & Kunst"-Reihe.

Deutsch-Finnin

Es sind illustre Namen, die auf der Setlist des Abends stehen - allen voran natürlich Antônio Carlos Jobim, einflussreichster Komponist Brasiliens seiner Zeit und einer der Begründer der Bossa Nova, aber auch Ary Barroso und João Donato. Es ist brasilianisches Lebensgefühl pur - genauso stellt man es sich als Zuhörer zumindest vor - das die vier Musiker virtuos auf die Bühne zaubern. Haesen, die Chefin mit deutsch-finnischen Wurzeln, geht mit Gitarre und Gesang der Seele des Bossa Nova auf den Grund. Kompetente Begleiter hat sie im Gitarristen Lorenzo Petrocca, im Percussionisten Jorge Brasil und im Bass-Gitarristen Wilhelm Geschwind gefunden.

Zusammen formen sie ein grandios eingespieltes Quartett, das die Seele nicht nur sucht, sondern auch findet und andere damit ansteckt. "Agua de beber" erzählt vom Trinkwasser, mit "Samba de mulher" erinnert Haesen an den Internationalen Frauentag vor wenigen Tagen und über "Garota de Ipanema" - weltbekannt geworden als "The girl from Ipanema" - muss man keine Worte verlieren.

Brasilianische Träume

Es ist die reine Spielfreude, die sich auf der Bühne beobachten lässt, auf der jeder der vier Musiker auch die ihm eigenen Akzente setzen kann. Beispielsweise Jorge Brasil, der den Zuhörern nicht nur den brasilianischen Musikbogen Berimbau optisch und akustisch nahe bringt, sondern auch mit kleinen Improvisationen überrascht. "Até o fim" von Carlos Lyra, "Varadero" von João Bosco oder "Abre Alas" von Ivan Lins (und titelgebend für das neue Album der Formation) sind einige Werke des Abends, die zum Träumen vom fernen Brasilien anregen.

Zumindest musikalisch sind Zuckerhut, Corcovado und Guanabara-Bucht ganz nahe an die Oberpfalz gerückt. Langer Applaus für einen authentischen und grandiosen Auftritt.
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