Um sich abzusichern: Friseurbetriebe brauchen Gefährdungsbeurteilung
Haarige Angelegenheit

Geschäftsführerin Christa Neubauer-Kreutzer, Harald Raml und Udo Schuller (von links) überreichten Ingrid Schulz (Zweite von rechts) für 35 Jahre Handwerksarbeit den Goldenen Meisterbrief Bild: R. Kreuzer
(kzr) Friseure sind kreativ, haben Spaß an der Arbeit und sind ein wichtiger Teil der Mode- und Lifestylebranche. Die Informationsmesse "Haare 2015" war auch für die Friseure der Innung Nordoberpfalz ein Besuch wert. Interessant fanden die Mitglieder die Bayerische und Deutsche Meisterschaft in Nürnberg, zu der einige Mitglieder angereist waren.

In der Jahreshauptversammlung im Handwerkerhaus erinnerte Obermeister Harald Raml auch an die Mode-Präsentation in Schwandorf, welche die Innung mit Mitgliedern besuchen und viele Anregungen mitnehmen konnte. Heuer gaben sie die Losung aus: "Es wird frisiert - alles was erlaubt ist."

Bunte Techniken

Der Obermeister war von den vielseitigen Präsentationen und Vorführungen begeistert. "Die reichten von der Hochsteckfrisur bis hin zu aktuellen Schneide- und Färbetechniken", schwärmte der Obermeister. Abgelegt haben die Mitglieder auch den Erste-Hilfe-Kurs, den es alle zwei Jahre zur Auffrischung gibt und ein Muss ist.

Neu ist die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung der Berufsgenossenschaft (BGW) für jeden Friseurbetrieb. Dazu referierte stellvertretender Obermeister Udo Schuller. Er stellte die Erfassung vor, wie jeder Betrieb an die Verfahrensweise herangehen kann. Nicht nur gesetzliche Regelungen, sondern auch Versicherungsfälle machen eine Gefährdungsbeurteilung notwendig.

Er erklärte außerdem, wie die Nutzung der Homepage funktioniert. Die variablen Eingabefelder für individuelle Gefährdungen und Maßnahmen sowie Informationen zu den gesetzlichen Grundlagen seien auszufüllen.

Zwei Betriebsinhaber gaben an, schon Erfahrungen mit jugendlichen Flüchtlingen gemacht zu haben, die ein Berufspraktikum machten. "Daran muss noch gearbeitet werden. Unsere Werte müssen den jungen Menschen vermittelt werden, sonst ist ein Arbeiten nicht möglich", betonte eine Unternehmerin.

Schwierige Praktikanten

Dabei stehe die deutsche Sprache an oberster Stelle, damit die Praktikanten mit Kunden kommunizieren können. Keiner wolle mit Händen und Füßen seine Wünsche äußern. Ihre Erfahrung: "Was der junge Mann nicht machen wollte, hat er einfach nicht verstanden. Außerdem war ich als Chefin für ihn ein Problem. Er wollte sich nichts sagen lassen." Anweisungen habe er nur widerwillig angenommen und erledigt.

Praktikantinnen als Kopftuchträgerinnen seien ebenfalls ein Thema im Friseurgeschäft, weil sie offenes Haar nicht tragen dürfen. Angestellte zeigen allerdings Schnitte oder Haartechniken anhand der eigenen Frisur. Ein Praktikant forderte sogar ein gesondertes Zimmer, um seinen Glauben ausüben zu können. "Das erschwert die Arbeitsweise und stört den Tagesablauf. Schade, aber nächstes Mal werde ich mir die Personenwahl gut überlegen."

Anschließend zeichnete der Obermeister für 35 Jahre erfolgreiche Arbeit im Handwerk Ingrid Schulz aus Tirschenreuth mit dem Goldenen Meisterbrief aus. Schuller überreichte ihr noch einen Blumenstrauß.
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