Umbaumaßnahmen in der Weidener Thermenwelt
Weltneuheit am Springerbecken

Was sich hier in der Weidener Thermenwelt auftürmt, gibt es in dieser Größe nirgends auf der Welt: Die sieben auf zwei Meter große Waterclimbing-Wand für 80 000 Euro markiert sprichwörtlich den Höhepunkt bei den Umgestaltungsmaßnahmen im Freizeitbad. Bild: Götz
Lokales
Weiden in der Oberpfalz
20.06.2015
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Die Thermenwelt hat gerade wegen des Großreinemachens geschlossen. Trotzdem herrscht Hochbetrieb in dem Freizeitbad. Gerade haben Helfer eine Weltneuheit im Springerbecken installiert. Doch damit nicht genug.

Kernbohrungen bei der Sonnenwiese, Flieseverlegearbeiten in den Duschen, Farbwechslerinstallationen in den Becken, ein neuer Sauna-Ofen inmitten des alten Kaminzimmers: Es scheint keine Ecke in der Weidener Thermenwelt (WTW) zu geben, in der nicht gerade ein Handwerker der insgesamt 15 beauftragten Firmen schraubt, rührt, hämmert oder malert. "Willkommen auf unserer Großbaustelle", sagt Stadtwerkechef Johann Riedl.

Nach den Pfingstferien schloss die WTW, um das alljährliche Großreinemachen einzuläuten. Damit gehen heuer aber auch gravierende Umbaumaßnahmen einher. 750 000 Euro investieren die Stadtwerke insgesamt. Die Investition, die nach der Wiedereröffnung am Sonntag, 28. Juni, sicher am meisten Aufsehen erregen wird, misst sieben auf zweieinhalb Meter, ragt am Springerbecken empor und ist in dieser Größe in einer Halle weltweit einmalig: die Waterclimbing-Wand . 60 000 Euro kostet die leicht konvex geneigte Kletterwand plus 20 000 Euro für die viertägige Montage. "Das Riesending musste erst mal in die Halle kommen", erklärt Bademeister Klaus Kunz. Geschafft.

Profisportler zu Gast

Nun thront es gegenüber des Sprungturms und soll auch Profi-Kletterer nach Weiden locken. "Vielleicht können wir hier ein Turnier für sie ausrichten", meint Kunz. "Ach, ich würd's auch mal probieren", sagt Riedl mutig, die Schwierigkeitsstufen seien ja variabel. 80 000 Euro für eine Kletterwand? "Man muss so was machen, sonst verliert man im Wettbewerb um die Badegäste", erklärt Riedl - und führt zur nächsten neuen Attraktion. Es geht vorbei an den Arbeitern, die 600 Quadratmeter neue Decken samt Beleuchtung installieren. Vorbei an den Fliesenlegern, die in den Duschen, Teilen der Umkleiden und der Schwimmhalle insgesamt 400 Quadratmeter der großformatigen Keramikplatten in dezenten Creme- und Brauntönen verlegen. "Die Zeit der Mosaike und schreienden Farben in Bädern ist vorbei", sagt der Bademeister. Die Zeit für die langersehnte Badelandschaft für Kinder beginnt.

Die Sonnenwiese gegenüber der Duschen weicht dem neuen, 150 000 Euro teuren Kinderbecken mit diversen Rutschen, Brücken, Tunneln und Stegen. "Ein familienfreundliches Bad braucht ein solches Kinderbecken", verteidigt Riedl die Investition. Doch auch für Erwachsene hat der Stadtwerkechef noch einen Trumpf im Ärmel: Schwitzen in einer neuen Sauna.

Kabelflut für Überwachung

Das Kaminzimmer gibt es nicht mehr. Stattdessen lädt an dieser Stelle ab Ende Juni die Weiden-Sauna ein. 60 Leute können hier u-förmig vor einem hinterleuchteten Weidengeflecht auf der einen und einem Feuer-Licht-Effekt auf der anderen Seite schwitzen. Dazwischen sollen ein Bild von der Weidener Altstadt im Rücken sowie der Blick über die große Fensterfront in den Außenbereich der Saunalandschaft erfreuen: "Rein kann aber keiner schauen", betont Bademeister Kunz und zeigt auf die verspiegelte Fensterfolie.

Neben all der Kür gibt's natürlich auch unzählige Pflichtarbeiten: Der Ofen in der 100 Grad-Sauna ist kaputt und muss für 15 000 Euro ersetzt werden. Erste Verlegearbeiten der Netzwerkkabel für das neue Überwachungssystem erfolgen, das 2016 rund um die Umkleiden installiert werden soll. Die 25 Jahre alten Stahlrohre in den Duschen werden erneuert, um keinen Rohrbruch durch Roststellen zu erleben. In diversen Becken müssen die Unterwasserscheinwerfer ausgebaut werden. Dafür kommen Farbwechselscheinwerfer rein: "Da taucht der Badegast mal in grünes, mal in rotes Licht", veranschaulicht Kunz die Wirkungsweise. Firlefanz sei das dennoch nicht: "Farbwechsler sind im Verbrauch genauso günstig wie reguläre Scheinwerfer", weiß Riedel.

Grundsätzlich betont der Stadtwerkechef mit Blick auf die Kann-Investitionen: "In einem Wirtschaftsbetrieb ist nicht alles kaputt, was man austauscht. Aber es ist abgeschrieben." Im Fall des defizitären Wirtschaftsbetriebs WTW kommt die Investitionssumme auf 750 000 Euro, 100 000 Euro mehr als im Haushalt eingestellt sind. Zahlt am Ende der Badegast die Zeche? "Nein, die Eintrittspreise steigen nicht. Im Gegenteil", betont Riedl. Der Besuch ab 28. Juni werde billiger: Für den gleichen Preis baden Gäste künftig zwei statt nur eineinhalb Stunden.
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