Umzingelt von Sparzwang
Angemerkt

Es gibt kein Entrinnen. In der Frühe marschieren meine Kinder in eine Weidener Grundschule, die von der Schließung bedroht ist. Mittags essen sie in der städtischen Kindertagesstätte, deren Küche auf dem Prüfstand steht. Vor nicht allzu langer Zeit war die frisch zubereitete Kinderkost noch "Vorzeigeprojekt mit Vorbildcharakter". Jetzt wird sie zum lästigen Luxus degradiert.

Wie das ganze Kinderhaus an sich. Das mag ja große Klasse sein. Aber könnte ein privater Träger nicht ein wenig billiger ...? Der Lohn für überdurchschnittliches Engagement ist kein Lob. Sondern ein "Prüfauftrag". Das ist bitter.

Eigene Betroffenheit ist einer objektiven Berichterstattung selten zuträglich. Nur wird es in Weiden zunehmend schwierig, einen unvoreingenommenen Einwohner (und Berichterstatter) zu finden.

christine.ascherl@derneuetag.de

Hintergrund "Tohu"-Beiträge unter Durchschnitt

Weiden. (ca) Der Kommunale Prüfungsverband moniert laut SPD-Fraktionsvorsitzendem Roland Richter in seinem Prüfbericht das Defizit des Kinderhauses "Tohuwabohu". Unter anderem würden sich die Prüfer am Anstellungsschlüssel und an den "unterdurchschnittlichen" Elterngebühren stoßen. Im September 2014 hat die Stadt die Gebühren daraufhin deutlich erhöht, so Rechtsdezernent Hermann Hubmann.

Vorher wie nachher lag das "Tohu" im Weiden-Vergleich am höchsten. Beispiel: Der Kindergartenbesuch (6 bis 7 Stunden) plus Essen kostet im Kinderhaus "Tohuwabohu" 85 plus 50 Euro, im benachbarten Kindergarten St. Elisabeth 67 plus 40 Euro.

Dazu läuft derzeit eine parallele Diskussion. Eigentlich hatte die Stadt in einem neuen Defizitvertrag die Beitragssätze für alle Weidener Kindergärten an das "Tohu" koppeln wollen. Das wurde als unzumutbar abgelehnt. "Warum sollten Eltern mehr zahlen, wenn ihr Kindergarten das Geld nicht braucht?", fragt CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch. Am Dienstag fand dazu ein Gespräch im Rathaus mit Kindergarten-Trägern statt.

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