Unfall unter Alkohol - Gericht senkt Geldstrafe
Kaminkehrer im Pech

Selbst Pech hatte ein Bezirkskaminkehrermeister aus dem Landkreis Neustadt, obwohl seine Zunft Glück bringen soll: Der 39-Jährige verursachte im Oktober mit 1,21 Promille einen Unfall. Am Dienstag saß er vor Richter Johann Mirl.

Auf der Heimfahrt über die A 93 war der Angeklagte am späten Nachmittag aus Unaufmerksamkeit auf ein Fahrzeug aufgefahren. Schuld war seine Alkoholisierung. Gegen einen Strafbefehl über 70 Tagessätze mal 100 Euro und zehn Monate Führerscheinentzug legte er Einspruch ein, beschränkte diesen aber auf das Strafmaß. Es sei halt ein "bedauerliches Vorkommnis" gewesen. Bei seinem letzten "guten" Kunden habe er sich einige Biere gegönnt, deren Anzahl der Vorsitzende auf sieben bis acht schätzte. Richter Mirl sah aber auch eine "Gefahr": 1,21 Promille am Nachmittag deuteten auf Alkoholgewöhnung hin. Dies war wohl auch dem Kaminkehrer bewusst. Er trinke jetzt nichts mehr und belegte dies mit einem ärztlichem Attest, das auf neuesten Methoden der Wissenschaft basiere. Zudem wies er anhand von Steuerbescheiden nach, das sein Einkommen zu hoch angesetzt worden sei. Damit erreichte er eine Herabsetzung der Tagessätze auf 40 Euro.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2005 (4963)