Ungeahnte Einblicke

So etwas sieht der Laie nicht alle Tage: Prof. Dr. Josef Giedl, Leiter der Pathologie, schneidet beim "Tag der offenen Tür" einen Hoden auf. Rechts davor ein Stück Dickdarm mit Karzinom. Bild: rdo

Zum "Tag der offenen Tür" ließ die neue Pathologie am ehemaligen Gelände des Augustiner-Seminars hinter die Kulissen blicken. Die Besucher konnten alle Schritte live erleben: von der Abgabe bis zur Herstellung des histologischen Präparates. Institutsleiter Prof. Dr. Josef Giedl zeigte dazu ein Karzinom von einem Stück Dickdarm.

Weiden. (rdo) In dringenden Fällen bringt ein Bote des Klinikums das krankhaft veränderte Gewebe oder Organ zur Untersuchung, um bei Operationen sofort reagieren zu können. Per Schnellschnitt kann eine zeitnahe Diagnostik erfolgen: Mögliche Diagnosen reichen von unauffälligen Befunden bis zur Herd- oder Tumormeldung.

Die Gewebeproben werden zur Untersuchung in Wachs gegossen. Diese Paraffinblöcke werden in hauchdünne Scheiben geschnitten: Sie haben ein Dicke von nur drei Tausendstel-Millimeter und werden mit einem Pinsel abgenommen. Dann werden sie in 40 Grad warmen Wasser vom Wachs gelöst und auf einem Glasträger blasenfrei aufgezogen und bei 85 bis 100 Grad im Wärmeschrank angetrocknet. Um den Kontrast zu erhöhen, erfolgt eine Behandlung mit diversen Farbstoffen.

Die erfahrenen Pathologen im Obergeschoss beurteilen die histologischen Präparate dann unter dem Mikroskop und geben den behandelnden Ärzten und Patienten wichtige Informationen zur Weiterbehandlung.

Nach Abschluss der Diagnose werden die Paraffinblöcke und Schnittpräparate im Kellergeschoss archiviert. Sie müssen gesetzlich 30 Jahre aufgehoben werden.
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