Unlösbare Aufgabe gemeistert

Der Schwimmdalben (der "Poller" rechts) passt sich automatisch dem Wasserstand der Donau an. Die Passagier-Schiffe der Regensburger Kristallflotte lassen sich an den vier Anlegestellen sicher vertäuen. Bild: inrotec

Der Weidener Georg Irlbacher ist nicht nur Bauingenieur, sondern mitunter auch Erfinder. Er entwickelte die "Schwimmdalben" für den Regensburger Schiffsanleger in der Werftstraße, an dem die Passagierschiffe ankern. Dafür erhielt er den Ingenieurpreis 2015 und 4000 Euro.

In der Mooslohe ist Georg Irlbacher aufgewachsen. Im Haus seiner Eltern Maria und Karl Irlbacher im Dahlienweg betreibt der Tiefbau-Ingenieur eine "Kleinstniederlassung". Beruflich hat es den 53-Jährigen, der am Kepler-Gymnasium sein Abitur gemacht hatte, schon vor Jahren nach Franken verschlagen. In diesen Tagen schreibt der Geschäftsführende Gesellschafter des "Ingenieurbüros für Innovative Rohr Technologien GmbH" aber in Fachkreisen Schlagzeilen.

Georg Irlbacher sicherte sich nämlich mit der überaus innovativen Planung für die "Neuerrichtung der Schiffsanlegestelle für die Regensburger Kristallflotte" den zweiten Platz beim Ingenieurpreis 2015 der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau. Und damit erhält sein Unternehmen auch 4000 Euro Preisgeld. Kammerpräsident ist derzeit übrigens Dr.-Ing. Heinrich Schroeter mit Büro in Weiden.

"Wir sind Tiefbauer, machen Spezialtiefbau und sind vor allem als Wasserbauer überregional unterwegs", sagt Irlbacher, der sich im Jahr 2000 mit seinem Betrieb, der "inrotec GmbH", in Markt Erlbach selbstständig machte und sieben Mitarbeiter beschäftigt.

"System Schwimmdalben"

Die Donauschifffahrt Wurm+Köck betreibe seit den frühen 60er Jahren eine Schiffsanlegestelle an der Werftstraße in Regensburg. Im Bestand, so berichtet Irlbacher, als er die Regensburger Aufgabe beschreibt, war diese Anlegestelle traditionell über Landpoller an die historische Ufermauer angebunden. Die Anlage, die zum denkmalgeschützten Ensemble Altstadt Regensburg zählt, musste erneuert werden. Dabei sollten die Befestigungen für die Schiffe, die sogenannten Dalben, bei Normalwasserstand der Donau nicht über die Oberkante der Ufermauer herausragen, weil sie den Blick auf das denkmalgeschützte Gebäudeensemble gestört hätten.

Zugleich mussten die Uferdalben so bemessen sein, dass selbst bei extremen Bedingungen, etwa bei einem 100-jährigen Hochwasser, ein sicheres Liegen der daran befestigtem Schiffe garantiert war. Bei Normalwasser stehen aber die herkömmlichen Einpfahldalben mehrere Meter über die Ufermauer heraus. In Regensburg war diese Höhe wegen des Denkmalschutzes nicht mehr genehmigungsfähig.

"Wir mussten Dalben entwickeln, die trotz der starken Wasserstandsschwankungen der Donau genehmigungsfähig waren und dabei ein sicheres Liegen der Schiffe auch bei Hochwasser gewährleisten." Da es keine bekannte Lösung gab, musste Irlbacher eine flexible Konstruktion ersinnen: sein System "Schwimmdalbe". Und damit meisterte er eine zunächst als unlösbar geltende Aufgabe. Irlbacher stülpt über einen tief und fest verankerten "Tragdalben" den Schwimmdalben, der sich automatisch dem Wasserstand der Donau anpasst. Problem gelöst. Glückwunsch - auch von der Bayerischen Ingenieurekammer.
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