Unter der Erde Wort gehalten

Versprochen ist versprochen. Zum Weihnachtsgeschäft sollten die öffentlichen Stellplätze in der Allee-Tiefgarage wieder nutzbar sein. Das hatte WGS-Geschäftsführer Günther Kamm vor einem Jahr zugesagt. Am Donnerstag werkelten noch 50 Handwerker "unter Tage".

Am Freitagnachmittag segneten die Pfarrerin Edith Lang und Stadtpfarrer Markus Schmid das getane Werk. Wenig später rollte ein kleiner Smart als erstes Fahrzeug in die nun wieder eröffnete Allee-Tiefgarage, die 218 Stellplätze bietet.

In nur zehn Monaten sanierte die WGS die Allee-Tiefgarage von Grund auf. "So viel Zeit hätte die Stadt allein für Planung, Ausschreibung und Vergabe verplempern müssen", begründete Oberbürgermeister Kurt Seggewiß die Übertragung der Tiefgarage an die WGS, die eine Tochter des SGW Stadtbau ist, in der wiederum die Stadt die mit Abstand meisten Anteile hält. Seggewiß dankte den Stadträten, die mehrheitlich diesen Weg mitgegangen waren. "Die Stadt selbst hätte die Sanierung nicht finanzieren können."

Die Lust, in der Innenstadt einzukaufen, aber auch die Neugierde auf die sanierte Tiefgarage werde die Bürger "hier runter bringen". "Und sie werden begeistert sein", zeigte Seggewiß überzeugt. "Es liegen harte Monate hinter uns", gestand WGS-Geschäftsführer Kamm, der die Leistungen aller am Bau beteiligter, angefangen von Architekt Bernd Beer, Geschäftsführer der AMP Parking Europe GmbH, den Fachplanern, dem Bauunternehmen Scharnagl und den Fachfirmen, hervorhob. Ein permanentes Krisenmanagement sei bei einer Sanierung nicht außergewöhnlich, sagte Kamm. "Bei einem Vorhaben dieser Größe potenzieren sich aber die Anstrengungen."

Fast alle Handwerker, die in der Allee-Tiefgarage tätig waren, seien aus Weiden und der Umgebung gekommen. "Sie alle kennen die Bedeutung der Garage für die Stadt. Entsprechend hoch war ihr Engagement. Wir hatten eine phantastische Mannschaft, hier unter der Erde". Besonders würdigte Kamm den Einsatz seiner Mitarbeiter Daniela Stross und Stefan Huber. "Ich hatte das Gefühl, dass sie auf der Baustelle wohnen. Sie haben es toll gemacht."

Beim Abbruch der Zwischendecke mussten 1800 Tonnen Beton von der Bewehrung geschossen und mit 100 Lkw-Ladungen aus der Tiefgarage gebracht werden. Beim Neuaufbau habe das Team von Walter Scharnagl 1600 Tonnen Beton und 85 Tonnen Stahl neu verbaut. Hinzu kam Gussasphalt und Spezialbeläge. "Wir haben 12 Kilometer Kabel verlegt, 15 000 Quadratmeter Wand- und Deckenfläche mehrfach gestrichen."

Für die Fertigstellung des Ostflügels würden noch einige Tage benötigt. Spätestens zum 1. Januar könnten aber weitere 174 Stellplätze angefahren werden, 130 davon seien für Dauermieter vorgesehen.
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