Unterhaching nicht unschlagbar

Die SpVgg Bayreuth hielt das Halbfinalspiel lange offen, um der SpVgg Unterhaching dann doch mit 1:3 zu unterliegen. Die Hachinger treffen am 20. Mai im bayerischen Pokalfinale auf die SpVgg SV Weiden. In dieser Szene schießt der Bayreuther Marius Strangl auf das Unterhachinger Tor. Bild: Kolb

David gegen Goliath - es sind die ungleichen Duelle, an denen die SpVgg SV Weiden im Verbandspokal Gefallen findet. Vier höherklassigere Teams wurden bereits rausgekickt. Nun treffen die Schwarz-Blauen im Finale erneut auf einen scheinbar übermächtigen Gegner.

Seit Dienstagabend ist es amtlich: Die SpVgg Unterhaching ist der Gegner der SpVgg SV Weiden im bayerischen Pokalendspiel am Mittwoch, 20. Mai, um 19 Uhr im Sparda-Bank-Stadion. Der Drittligist setzte sich im Waldstadion von Weismain nach hartem Kampf mit 3:1 (0:0) gegen den Regionalligisten SpVgg Bayreuth durch.

"Letztlich ist es egal, wer unser Gegner ist", kommentierte Thomas Binner, der Sportliche Leiter der SpVgg SV, das Halbfinalergebnis. "Natürlich wird es gegen Unterhaching schwer, aber leicht wäre es auch gegen Bayreuth nicht geworden." Die Ausgangslage ist für Binner klar: "Haching ist Favorit." Aber unschlagbar sei auch ein Drittligist nicht. "Es ist ein Endspiel, da entscheidet die Tagesform." Der Weidener Funktionär glaubt, dass die Mannschaft den Oberbayern einen "heißen Kampf" liefern wird: "Unsere Spieler freuen sich wahnsinnig auf diesen Saisonhöhepunkt."

120 Prozent geben

Die Vorfreude auf den Pokalschlager kann Kapitän Thomas Wildenauer nur bestätigen. "Unterhaching ist die etwas schwerere Aufgabe als Bayreuth. Aber wir wollen unbedingt nochmal ein richtig gutes Spiel abliefern", meint der Außenverteidiger. Die Chancen auf den Pokalgewinn und den damit verbundenen Einzug in die 1. DFB-Pokal-Hauptrunde beziffert der Spielführer auf 60:40. "Natürlich für Haching", grinst Wildenauer. "Wir müssen 120 Prozent geben, um uns durchzusetzen."

SpVgg-SV-Torwart Dominik Forster nimmt den Kontrahenten, wie er kommt. "Bayreuth hätte vielleicht mehr Zuschauer mitgebracht, aber Unterhaching ist als Traditionsverein ein attraktiver Gegner", sagt der Keeper. Dass die Weidener keine Chance mehr auf den Regionalligaaufstieg haben, sieht Forster als "leichten Vorteil": "Wir können uns konzentriert vorbereiten."

Der Bayerische Fußballverband hat für den Pokalsieger 5000 Euro Prämie ausgelobt. Viel wichtiger sind aber die Einnahmen, die mit der DFB-Pokal-Qualifikation verbunden sind. Auf rund 140 000 Euro beläuft sich die Garantiesumme. Ein Betrag, den nicht nur die SpVgg SV gut gebrauchen könnte. Gerade für die mit großen sportlichen und wirtschaftlichen Problemen kämpfende Unterhachinger könnte das DFB-Pokal-Startgeld zu einem Überlebensfaktor werden.

Wandeln am Abgrund

Der DFB hat zwar den Oberbayern die Drittligalizenz für die Saison 2015/16 unter Auflagen zugebilligt. Aber es ist kein Geheimnis, dass der einstige Bundesligist seit Jahren finanziell klamm ist und aufgrund fehlender Sponsoren am Abgrund wandert. Trotz jüngst drei Spielen ohne Niederlage belegt die Mannschaft von Trainer Claus Schromm, der Ende März die Nachfolge des zurückgetretenen Christian Ziege übernahm, den 18. Rang in der 3. Liga und damit einen direkten Abstiegsplatz. In das unerfreuliche Bild passt zudem, dass der Verein jüngst seine U23-Mannschaft vom Spielbetrieb aus der Bayernliga Süd - unter anderem aus Kostengründen - abgemeldet hat.

Die besorgniserregende Situation des Gegners ficht die Weidener jedoch nicht an. Sie vertrauen im Duell David gegen Goliath auf die eigene Stärke und den Heimvorteil. "Es wäre schön, wenn am 20. Mai viele Zuschauer hinter uns stehen", hofft Thomas Wildenauer.
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